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Vom Gastgeber zum Gast - Die Rockpalast-Geschichte von 1995 bis 2003

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Willkommen zum zweiten Teil unseres Rockpalast-Jubiläums-Specials. Anlässlich der ersten Rocknacht im Juli 1977 feiern wir 40 Jahre Rockpalast. Auch wenn der Grundstein schon 1974 gelegt wurde, wird der Rockpalast erst 1977 mit der ersten Rocknacht wirklich bekannt. Doch ab Mitte der 1980er Jahre schwindet sowohl das Interesse des Publikums, als auch der Rückhalt innerhalb des WDR - 1986 wird der Rockpalast abgeschafft.

Erst drei Jahre später startet das Team um Peter Rüchel einen neuen Versuch mit einem Format, das sich musikalisch durchaus am Rockpalast orientiert.

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Neuer Name, gleicher Gedanke

Der Rockpalast ist abgeschafft. Peter Rüchel erinnert sich im Gespräch mit Peter Sommer.

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Ab 1992 soll rund um die Uhr gesendet werden. "Es gab eine sogenannte Nachtlücke und diese wollte man schliessen, natürlich mit der Vorgabe, dass es möglichst nichts kosten sollte", erinnert sich Peter Rüchel. "Ich habe damals gesagt, es muss ja nicht jede Nacht sein, aber Samstagnacht auf Sonntagmorgen kann ich jede Woche mit vier bis fünf Stunden bestücken, weil wir für die aufgezeichneten Konzerte die deutschen Fernsehrechte komplett erworben hatten."  

Das Publikum ist begeistert und bombadiert die Redaktion mit Anrufen und Briefen. Peter Rüchel geht daraufhin zum Programmdirektor Jörn Klamroth und schlägt ihm eine neues Festival vor.

So wird für den 8. Juni 1995 ein Open Air auf der Loreley verabredet, das noch am selben Tag noch gesendet werden soll. Es gab allerdings ein Problem: "Wir sind 10 Jahre nicht auf der Loreley gewesen, somit mussten wir erstmal wieder ins Bewusstsein bringen, dass wieder etwas passiert bei dieser ersten neuen Loreley-Veranstaltung", sagt Peter Rüchel. Das Bild zeigt das Loreley-Festival 1982. An diese Zeiten will man anknüpfen.

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"Rockpalast is back"

Wie es dazu kam, dass das geplante Festival auf der Loreley doch nicht unter dem Namen "Rocklife" stattfand, erzählt Peter Rüchel im Gespräch mit Peter Sommer.

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Die letzte Rockpalast-Show auf der Loreley war 10 Jahre her und die alten Zeiten längst nicht mehr so präsent in den Köpfen der Musikfans.

Als Headliner des Rockpalast-Comeback ist Gary Moore geplant. Doch der sagt zwei Tage vorher ab und zusätzlich bleibt das Publikum aus. Es kommen nur etwa 1.500 zahlende Zuschauer - das Areal hat aber eine Kapazität von 15.000. 

"Ich hatte damals den Fehler gemacht, den Hubschrauber mit der Kamera nicht abzumelden, so dass es von oben aussah wie: Rüchel produziert stur vor sich hin und keiner guckt zu", sagt Peter Rüchel. "Hinzu kam, dass es an dem Tag sehr heiß war und die Leute sich am Ende des Areals unter Bäumen verkrochen, um Schatten zu haben."

Was die Medien schreiben, wenn der Rockpalast zum Comeback ruft, aber kaum einer kommt, könnt Ihr im Festival-Nachbericht des Kölner Express auf der nächsten Seite lesen.

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Nach dem Fiasko des Rockpalast-Comebacks auf der Loreley 1995 hätte so mancher Veranstalter einfach aufgegeben. Doch fürs nächste Jahr war schon alles gebucht, Ü-Wagen bestellt und die Loreley reserviert, also sagt sich Peter Rüchel: "Wenn im nächsten Jahr im Juni nicht mindestens 10.000 kommen, dann gebe ich auf."

1996 kommen aber 12.000, das war dem unschlagbaren Line-Up zu verdanken: David Bowie der Headliner, dann Iggy Pop, Pulp, Bad Religion, Lynyrd Skynyrd, Placebo und viele andere. Der zweite Tag steht übrigens unter dem Motto: A Tribute to Rory Gallagher. 

Der Rockpalast ist zurück!

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Die Loreley, die in der Geschichte des Rockpalast eine große Rolle spielt, bleibt bis 1999 fester Spielort. Gleichzeitig ist mit dem fortschreitenden Erfolg des Musikfernsehens und dem steigenden Einfluss des Internets in den 1990er Jahren auch eine neue Generation Musikfans herangewachsen.  Darauf reagiert der Rockpalast, indem bereits 1995 ein neues Festival hinzu kommt, bei dem der Rockpalast nicht mehr Gastgeber, sondern Gast ist: Das Bizarre-Festival.

Peter Rüchel spricht im folgenden Video über diesen Neuanfang.

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"Auf einmal konnte ich nicht mehr selbst gestalten"

Eine Umgewöhnung für Peter Rüchel, der sich an diese Zeit erinnert.

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In den 90ern wächst die Popularität des Musikfernsehens – nicht nur in Amerika. Vielfalt bieten vor allem Festivals, das erkennt auch Peter Rüchel und kooperiert deswegen mit dem Bizarre Festival. Alles beginnt mit der neunten Ausgabe im Jahr 1995.
Im Laufe der Jahre steht so manche (heute) bekannte Band vor den Kameras des Rockpalasts, unter anderem auch The Cure. Die Live-Übertragung von Festivals öffnete völlig neue Türen und prägt das Programm des Rockpalasts bis heute. 

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"a-ha und Marily Manson - und dazwischen Iron Maiden"

Peter Sommer und Peter Rüchel haben anlässlich des Jubiläums auf 40 Jahre Rockpalast zurückgeblickt und sprechen auch über die Chance des Prinzips Gast bei anderen Festivals zu sein. 

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"Die bizarrste Mischung des Jahres"

Das ist der Rockpalast-Trailer für das Bizarre Festival 2001.

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Köln Mülheim statt Paris

Peter Sommer über Veränderung gegenüber den Zeiten, in denen der Rockpalast selbst noch Veranstalter war.

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1999 war es noch rappelvoll beim Bizarre Festival, wie auf dem Foto zu sehen, doch kurze Zeit später sieht das anders aus: Die stagnierenden Zuschauerzahlen können das teure neue Gelände, den Flughafen Weeze am Niederrhein, nicht auslasten - die Veranstalter müssen Insolvenz anmelden.

2002 findet das legendäre Bizarre Festival nach 25 Jahren zum letzten Mal statt. Dennoch zeigt das Festival noch einmal Größe mit hochkarätiger Besetzung: Beatsteaks, Die Toten Hosen, Chemical Brothers, Tocotronic, Samy Deluxe, Incubus oder Korn.

Ein Festival, das die Geschichte des Rockpalasts später ähnlich prägen soll, ist Rock am Ring.

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"Der eine Ring, der alle beherrscht"

Ab 2001 heißt es: "Rockpalast rockt den Ring". Hier der Trailer von 2003.

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Ab 2001 kommt es bei Rock am Ring zu einer Kooperation mit dem Privatsendert MTV. Eine Bühne wird vom Rockpalast gefilmt, eine von MTV. Das Material wird später getauscht. Für beide Seiten ein enormer wirtschaftlicher Vorteil.

MTV filmt Konzerte allerdings anders als der Rockpalast: schnelle Kamerabewegungen und Schnitte oder die Farbbearbeitung der Bilder - unter'm Strich eine ganz andere Ästhetik als die des Rockpalasts in dieser Zeit. Diesen Punkt kritisiert das Rockpalast-Publikum immer wieder. Gleichzeitig führt er aber zu Lerneffekten und neuen Herangehensweisen des Rockpalasts.

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"Rock am Ring war zuerst ein MTV-Festival"

Peter Rüchel über die Festival-Kooperation bei Rock am Ring mit MTV und die Aufnahmetechnik des Musiksenders.

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Bildgestaltung mal anders

Was Peter Rüchel im Interview erzählt, belegt dieser vom Rockpalast-Produktionspartners MTV gefilmte Ausschnitt von Depeche Mode bei Rock am Ring 2006.

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Heute ist Facebook eines der wichtigsten Portale, um sich mit Fans auszutauschen. Der Rockpalast hat aber schon immer einen direkten Kontakt zu seinem Publikum gesucht.

In den ersten Jahre war es die Rockpalast "Postbox": Zuschauer konnten per Post Fragen, Wünsche und Anregungen an den Rockpalast schicken - einige wurden dann in der Sendung vorgelesen und beantwortet.
In den 1990er Jahren wird daraus der Rockpalast-Club. Eine Gruppe freier Mitarbeiter kümmert sich um Fragen der Fans, versorgt sie mit Infos aus der Redaktion und ist auch immer bei den Festivals vor Ort - so wächst über die Jahre das Adressbuch des Clubs ...

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"Echte Schätze"

Peter Sommer wühlt sich durch die Akten des Rockpalast-Clubs und Uwe Schmalz erzählt von seiner Arbeit damals und heute.

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Ab Mitte der 1990er Jahre verbreitet sich in Deutschland langsam der Personal Computer (PC) und in Folge der Anschluss ans World Wide Web. Der Rockpalast ist eine der ersten Redaktionen, die bereits 1996 über eine eigene Homepage verfügen. Student Thomas Bachmann schlägt Peter Rüchel vor den Rockpalast online gehen zu lassen.

Den ersten weltweiten Livestream gibt es dann im Jahr 2000. Die Methoden werden verfeinert, sodass bei Rock am Ring in den nächsten Jahren Millionen von Rockfans erreich werden. Parallel zum Stream gibt es auch Chats mit den Musikern oder die legendären Toiletten-Sessions ...

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Der Wunsch nach einer eigenen Website

Thomas Bachmann erinnert sich an die Anfängen von rockpalast.de 

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"Home sweet home"

Welche Angebote unsere Homepage in ihren Anfängen umfasste, zeigt dieser Trailer von 2000.

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Anfang der 2000er Jahre spielt die Regionalisierung für den WDR zunehmend eine große Rolle. Es werden neue Studios eingerichtet, die aus den jeweiligen Regionen berichten. Samstagnacht sollen diese regionale Beiträge gebündelt wiederholt werden - damit ist der bisherige Sendeplatz des Rockpalasts gestrichen. Von nun an wird in der Nacht von Sonntag auf Montag gesendet. Zusätzlich wird die Sendezeit auf eine Stunde gekürzt.

Die Website musikansich.de veröffentlicht im April 2003 folgende Meldung: „Angeblich soll es DER deutschen Fernsehinstitution im Musikbereich schlechthin, dem WDR-Rockpalast, an den Kragen gehen."

Weiter heißt es: "Wer sich wie die Freunde des Rockpalast dafür einsetzen möchte, dass eine der letzten Bastionen der Livemusik im Fernsehen auf lange Sicht nicht völlig abstirbt, kann sich an einer Online-Petition beteiligen."

Erster Widerstand regt sich und soll schon bald einen Namen tragen.

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Die Initiative "Rettet den Rockpalast" wird 2003 von Jens Hohmuth und Sebastian Ullrich gegründet und sowohl von Rockpalast-Fans, als auch von Zuschauern aus ganz Deutschland und den Nachbarstaaten unterstützt.

Gefordert wird unter anderem, dass der Rockpalast seinen alten Sendeplatz Samstagnacht wiederbekommt und dass die Sendezeit nicht auf 60 Minuten verkürzt wird. Die Rockpalast-Fans weisen außerdem auf den Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender hin und fordern, darüber informiert zu werden, wofür die GEZ Gebühren ausgegeben werden.

Bereits in der ersten Woche können über 1500 Stimmen gesammelt werden. Einer der prominentesten Unterzeichner: Lars Ulrich von Metallica.

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"Unser Programmdirektor war verärgert von der Aktion..."

Peter Sommer spricht im Interview mit Peter Rüchel über die Aktion "Rettet den Rockpalast".

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Während die Aktion "Rettet den Rockpalast" zwar den Rückhalt der Fans beweist, ändert sich am Sendeplatz des Rockpalast nichts, aber an seiner Länge schon.

2003 ist gleichzeitig auch in der Redaktion Bewegung: Peter Rüchel geht in Rente und Peter Sommer übernimmt den Rockpalast. Es beginnt eine neue Ära, die wir in unserem dritten und letzten Teil unseres Specials zum 40. Jubiläum näher beleuchten.

Für den "Vater des Rockpalasts" Peter Rüchel war der Abschied nach so langer Zeit schwer. "An den Gedanken muss man sich natürlich gewöhnen, das ist wie wenn der Einödbauer seinen Hof an den ältesten Sohn übergibt", sagt Peter Rüchel heute.


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Kein leichter Start für den "ältesten Sohn"

Peter Sommer erinnert sich an seine Anfänge als Rockpalast-Redakteur

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