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Gerichtsreportagen vom Detmolder Auschwitz-Prozess

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Es war einer der letzten Kriegsverbrecherprozesse, gerichtet gegen Reinhold Hanning, einen ehemaligen Mann der Waffen-SS. WDR-Reporter Jens-Olaf Buhrdorf hat das Verfahren beobachtet und fasst den Verlauf zusammen: von der Eröffnung über die Beweisaufnahme bis hin zum Urteil am 17. Juni 2016. Das Strafmaß beträgt fünf Jahre Haft wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen. Ob und wann Hanning ins Gefängnis muss, ist aber unklar: Sowohl seine Verteidiger als auch neun Nebenkläger haben gegen das Urteil Revision beim Bundesgericht in Karslruhe eingelegt.

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WDR-Reporter Jens-Olaf Buhrdorf über den Prozessbeginn

Angeklagt in einem der letzten Kriegsverbrecherprozesse ist Reinhold Hanning aus Lage (Kreis Lippe). Der 94-Jährige soll im KZ Auschwitz als SS-Wachmann laut Anklageschrift Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen geleistet haben (im Plädoyer spricht der Staatsanwalt von 100.000).

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WDR-Reporter Jens-Olaf Buhrdorf über den Anklagepunkt Selektionen

Die Vorsitzende Richterin Anke Grudda zitiert über 20 Minuten aus den Deportationslisten: Daten, Transporte, Namen. Die SS entschied, wer in der Gaskammer ermordet wurde und wer als Zwangsarbeiter weiterleben durfte. Der Angeklagte bestreitet, bei Selektionen dabei gewesen zu sein.

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WDR-Reporter Jens-Olaf Buhrdorf über den Anklagepunkt Erschießungen

Zum Anklagepunkt Erschießungen werden zwei Ermittler des LKA NRW als Gutachter gehört. Sie schildern die Standorte der Wachtürme in Auschwitz. Eine 3-D-Animation zeigt, dass Wachleute von dort einen Hof einsehen konnten, wo an der "Schwarzen Wand" Häftlinge erschossen wurden.

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WDR-Reporter Jens-Olaf Buhrdorf über den Anklagepunkt Lebensumstände

Einer der Anklagepunkte sind die Lebensumstände für die Gefangenen in Auschwitz. Dazu zählen die katastrophalen hygienischen Bedingungen, die völlig unzureichende Bekleidung und die ständige Mangelernährung. "Systematisches Verhungern lassen" nennt das die Staatsanwaltschaft.

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WDR-Reporter Jens-Olaf Buhrdorf über das Gutachten zur SS-Elite

Welche Rolle spielten die SS und die Wachmannschaften im KZ? Historiker Stefan Hördler als Gutachter sagt im Zeugenstand: Der Angeklagte gehörte einer Elite mit besonderen Korpsgeist an. Diese SS-Elite mit Fronterfahrung sei gezielt in die Dritte Kompanie nach Auschwitz versetzt worden.

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WDR-Reporter Jens-Olaf Buhrdorf über die Erklärung des Angeklagten

Gegen Ende der Beweisaufnahme bricht Reinhold Hanning sein Schweigen. Er bereue, einer verbrecherischen Organisation angehört zu haben und schäme sich, deren Taten nichts entgegengesetzt zu haben. Zudem liest sein Anwalt Johannes Salmen 21 Seiten zu Hannings Werdegang vor.

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Am 29. April 2016 erklärt der frühere SS-Wachmann Reinhold Hanning vor dem Detmolder Landgericht:

"Ich habe lange Zeit geschwiegen, ich habe mein ganzes Leben lang geschwiegen. Ich möchte Ihnen sagen, dass ich zutiefst bereue, einer verbrecherischen Organisation angehört zu haben, die für den Tod vieler unschuldiger Menschen, für die Zerstörung unzähliger Familien, für Elend, Qualen und Leid auf Seiten der Opfer und deren Angehörigen verantwortlich ist. Ich schäme mich dafür, dass ich das Unrecht sehend geschehen lassen und dem nichts entgegengesetzt habe. Ich entschuldige mich hiermit in aller Form für mein Verhalten. Es tut mir aufrichtig leid."

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WDR-Reporter Jens-Olaf Buhrdorf über das Urteil

"Sie haben den Massenmord befördert", so begründet die Richterin das Urteil zu fünf Jahren Haft. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger sprechen von einem Meilenstein in der deutschen Rechtsprechung. Ob das Urteil zur Revision an den Bundesgerichtshof übergeben wird, bleibt zunächst offen.

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