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Los geht's

Der Wehrhahn-Anschlag

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Von Nadja Bobrova, Thorsten Lenze und Dirk Lipski

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Es ist kurz nach 15 Uhr. Am Düsseldorfer S-Bahnhof "Am Wehrhahn" explodiert eine Rohrbombe, gefüllt mit dem Sprengstoff TNT. Eine zehnköpfige Gruppe kommt vom Sprachkurs in einer nahegelegenen Bildungsstätte. Sie sind allesamt Aussiedler aus den ehemaligen GUS-Staaten, sechs von ihnen jüdischen Glaubens.

Die umherfliegenden Bombensplitter treffen alle zehn. Vier von ihnen werden schwer verletzt. Eine schwangere Frau verliert durch einen Metallsplitter ihr ungeborenes Kind.

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Es war gerade die zweite Unterrichtswoche ihres Deutschkurses. Ekaterina Pyzova aus Kasachstan ist ausgebildete Kauffrau. Sie war gemeinsam mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen, um hier ein neues Leben zu beginnen.


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Anschlagsopfer Ekaterina Pyzova

erinnert sich an den Tag

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Für die Rettungskräfte ist es eine unübersichtliche Situation. Stark blutende Verletzte, Bewusstlose am Boden und geschockte Angehörige. Dazu fürchtet der Düsseldorfer Einsatzleiter Dieter Seiter eine Falle - eine mögliche zweite Bombe.

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Einsatzleiter Dieter Seiter

Die Sorge um die eigenen Leute

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Als die Erstversorgung der Opfer fast schon abgeschlossen ist, sorgt ein Knall am benachbarten S-Bahnhof in Düsseldorf-Flingern für weiteres Entsetzen. Dieter Seiter fragt sich: Ein zweiter Anschlag?

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Dieter Seiter

"... kurz darauf gab es noch eine Explosion."

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Währenddessen werden diejenigen, die zwar keine körperlichen Verletzungen tragen, aber unter Schock stehen, in der benachbarten St. Elisabeth-Kirche von Notfallseelsorgern behandelt.

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Diakon Klaus Kehrbusch

"Das Dasein war wichtig."

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Die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass es sich um eine Handgranate gehandelt haben muss, die hier detonierte. Nach zahllosen weiteren Untersuchungen sprechen sie schließlich von einer Rohrbombe - eingewickelt in ein Düsseldorfer Anzeigenblättchen, deponiert in eine Plastiktüte am Geländer.

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Robert Wixfort, Ermittlungsgruppe "Ackerstraße"

"Der Täter wusste genau, was er da tat"

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Die LKA-Ermittler wollen nichts unversucht lassen. Auch wenn sie die Asservate schon mehrfach unter die Lupe genommen hatten, jetzt untersuchen sie die Gegenstände vom Tatort erneut.

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Frank Scheulen, LKA

Neue Chance für Ermittler

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Einstimmig hatten alle Fraktionen im Landtag die Einsetzung des NSU-Ausschusses beschlossen. Dabei soll in einigen Monaten auch der Wehrhahn-Anschlag aufgerollt werden. Begründung: Er könnte einen "mutmaßlich politisch rechts motivierten Hintergrund" haben.

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Birgit Rydlewski, Piratenpartei NRW

Obfrau im NSU-Untersuchungsausschuss

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Fünfzehn Jahre sind seit dem Anschlag vergangen. Der oder die Täter wurden nie ermittelt.
1400 Zeugen wurden befragt, mehr als 300 Spuren verfolgt, 450 Beweisstücke eingesammelt.
Die Opfer fragen sich bis heute, ob der Anschlag auf ihr Leben wohl jemals aufgeklärt wird.

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Ekaterina Pyzova

Glaube an Gerechtigkeit?

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Die neuen DNA-Tests könnten  für die Ermittler wohl die beste Möglichkeit sein, Spuren und den oder die Attentäter noch zu finden.

Der NSU-Untersuchungsausschuss wird unabhängig davon alle Akten überprüfen.

Die Opfer des Anschlags haben heute keinen Kontakt mehr zueinander.
Eine Gedenkveranstaltung zum 15. Jahrestag gibt es nicht.

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