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Pleitgen 80

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Fritz Pleitgen fährt im Paternoster des WDR-Funkhauses am Kölner Wallraffplatz

Für einen Schulabbrecher hat er eine rasante Karriere hingelegt: Als Auslandskorrespondent im Kalten Krieg berichtete er aus Moskau, Ost-Berlin und Washington und stand zwölf Jahre lang als Intendant an der Spitze des WDR. Und danach managte der Rentner die Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Am 21. März wurde Fritz Pleitgen 80 Jahre alt.

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Fritz Pleitgen im März 2018 in der WDR-2-Sendung "Jörg Thadeusz"

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Fritz Pleitgen im März 2018 in den WDR-Arkaden

Voller Bescheidenheit blickt Fritz Pleitgen 2018 auf sein Leben zurück.

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Fritz Pleitgen erinnert sich 2007 in Duisburg an seine Kindheit

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Kinderbilder von Fritz Pleitgen, er steht in Duisburg und blickt auf die ersten Kinderjahre zurück

Am 21. März 1938 wurde Fritz Ferdinand Pleitgen in Duisburg-Meiderich geboren. 

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Fritz Pleitgen in der Harald Schmidt Show 2007

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Im Gespräch mit Harald Schmidt blickt Fritz Pleitgen auf seine Schulzeit zurück

Seine Jugend verbrachte Fritz Pleitgen im ostwestfälischen Bünde. Dort ging er zur Schule  und fing als 14-Jähriger bei der Lokalzeitung als Sportreporter an.

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Köln,1962: Das WDR-Gebäude an "An der Rechtschule" mit dem Funkhaus rechts.

Pleitgen volontierte von 1959 bis 1961 bei der "Freien Presse" Bielefeld. Bereits ein Jahr später klopfte der WDR bei ihm an. Gesucht wurde ein neuer Tagesschau-Redakteur. "Ich war nur mäßig interessiert, ich war ein Zeitungsjournalist, für uns war Fernsehen eine halbseidene Sache", erinnert sich Pleitgen später.

Er begann dann eine Karriere beim WDR, die so heute nicht mehr vorstellbar ist: "Ein Zeitungsjournalist ohne Abitur, ohne Studium, der sich erst einmal eine Bedenkzeit ausbittet. Heute würde ich gar nicht mehr beim Westdeutschen Rundfunk angestellt, da wäre ich nahezu chanchenlos."

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Fritz Pleitgen 1974

Fast täglich war Pleitgen fortan in der Tagesschau zu sehen. Als Sonderberichterstatter sah man ihn in Brüssel und Paris. Und er berichtete 1967 aus dem israelischen Sechs-Tage-Krieg.

"Wir hatten hier einen freien Auslauf", beschreibt Pleitgen Jahrzehnte später seinen Berufseinstieg als TV-Journalist.

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Fritz Pleitgen 2018 im TV-Porträt "Stationen eines Rastlosen"

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Fritz Pleitgen über seine Ehefrau und die Entscheidung, nach Moskau zu gehen

Seine erste Station als Auslandskorrespondent ist hinter dem eisernen Vorhang in Moskau.

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Fritz Pleitgen in Moskau, undatierte Aufnahme

Dieses Bild verbinden viele Zuschauer heute noch mit Fritz Pleitgen: Mit einer Fellmütze der russischen Kälte trotzend, berichtete er von 1970 bis 1977 aus dem Herzen der Weltmacht Sowjetunion.

Als erstem Korrespondenten aus dem Westen gelang ihm ein Interview mit dem damaligen Staatschef Leonid Breschnew.

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Fritz Pleitgen berichtet 2007 über seine Arbeitsbedingungen in der UdSSR

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Fritz Pleitgen mit Cutterin Heide Supper im Studio Moskau, Aufnahme aus dem Jahr 1971
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Lew Kopelew 1984

Dennoch traf sich Pleitgen mit Oppositionellen des Sowjet-Regimes. Der Germanist und Schriftsteller Lew Kopelew war für Pleitgen "der wichtigste Gesprächspartner in Moskau".

Lew Kopelew verbrachte seine letzten Lebensjahre im Exil in Köln, wo er 1997 starb. Fritz Pleitgen wurde zum Mit-Initiator des "Lew-Kopelew-Preises für Frieden und Menschenrechte". Er wird seit 2001 vom Lew-Kopelew-Forum verliehen. Dem Forum stand Fritz Pleitgen von seiner Gründung 1998 bis 2017 vor.

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Fritz Pleitgen in Ost-Berlin

Routiniert in der Arbeit unter erschwerten Bedingungen empfahl sich Pleitgen für einen neuen Job: Er wurde 1977 für fünf Jahre nach Ost-Berlin versetzt. "Für mich war das ein Schlag ins Kontor. Ich konnte die DDR nicht ausstehen."


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Fritz Pleitgen, Erich Honecker und Günter Gaus 1982 während einer Jagd in Thüringen

Aber auch mit den neuen Verhältnissen arrangiert sich der Profi. Und das hieß für ihn, immer wieder aufs Neue Grenzen austesten und erweitern.

So staunte Pleitgen selbst, als er 1982 die Genehmigung erhielt, über eine Jagd zu berichten, die Erich Honecker für Diplomaten veranstaltete.

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Fritz Pleitgen schildert 2007 den Wechsel von Ost nach West

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Fritz Pleitgen 1987

Nach zwölf Jahren Arbeit hinter dem eisernen Vorhang wechselte Fritz Pleitgen 1982 als Korrespondent nach Washington.

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Interview des US-Präsidenten Reagan im Weißen Haus

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Fritz Pleitgen interviewt in Washington US-Präsident Ronald Reagan

US-Präsident Ronald Reagan besuchte 1985 Deutschland und legte auf dem Soldatenfriedhof Bitburg mit Kanzler Kohl einen Kranz nieder. Bereits im Vorfeld gab es eine Kontroverse, weil in Bitburg auch Mitglieder der Waffen-SS beerdigt sind.

Vor dem Staatsbesuch konnte Pleitgen den Präsidenten interviewen. Eigentlich sollte es nur um den Weltwirtschaftsgipfel 1985 in Bonn gehen, aber Pleitgen sprach auch das strittige Thema Bitburg an. Reagan verteidigte dabei seine Besuchspläne.

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Fritz Pleitgen spricht in einer Tagesthemen-Live-Schalte mit Hanns Joachim Friedrichs

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Fritz Pleitgen während einer Live-Schalte der Tagesthemen, er ist unter Wasser

Für seine TV-Berichte stieg Fritz Pleitgen mit Düsenjets in die Luft und ging, wenn es sein musste, auch tief unter Wasser.

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Fritz Pleitgen betrachtet am 23.11.1989 mit Egon Krenz einen Bildschirm

In den USA wechselte Pleitgen 1987 nach New York, wo er das ARD-Studio leitet. Doch schon ein Jahr später wurde er vom damaligen WDR-Intendanten Friedrich Nowottny zurück nach Köln gerufen und zum Chefredakteur befördert.

 "Das war gewissermaßen die Krönung meiner journalistischen Laufbahn", erinnert sich Pleitgen. "Hier war ich Manager und Journalist zugleich in einer unglaublich aufregenden Zeit, in der sich die Welt völlig veränderte."

So konnte Pleitgen 1989 zum Beispiel den Staatsratsvorsitzenden der DDR, Egon Krenz, interviewen.

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Interview im Arbeitszimmer von Krenz am 23.11.1989

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Nur wenige Tage nach der Öffnung der Mauer am 9. November 1989 traf Pleitgen Egon Krenz in dessen Arbeitszimmer in Ost-Berlin.

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Fritz Pleitgen berichtet 1990 aus Moskau

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Fritz Pleitgen berichtet 1990 aus Moskau

1990 verkündet Pleitgen aus Moskau den Abschluss des Zwei-plus-Vier-Vertrags. Er regelte die Grundlagen der deutschen Einheit und wurde von den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs - Frankreich, Großbritannien, UdSSR, USA - sowie den beiden deutschen Staaten ausgehandelt.

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Fritz Pleitgen mit Elefant im Kölner Zoo

Fritz Pleitgen, der in seiner langen Korrespondenten-Tätigkeit bewies, dass er keine Angst vor hohen Tieren hat, wurde 1994 Hörfunk-Chef des WDR.

Rückblickend sagt Pleitgen: "Mein größter Schritt, den ich unternommen habe, war vom Fernsehen zum Hörfunk. Aber nach wenigen Tagen stellte ich fest, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte."

Als Hörfunk-Direktor ordnete er die Wellen neu und erfand den erfolgreichen Jugendsender Eins Live. Und für die WDR-2-Lehrstellen-Aktion trat der Chef selbst als Tierpfleger im Kölner Zoo an.

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Friedrich Nowottny und Fritz Pleitgen im Jahr 1995

Der nächste Schritt auf der Karriereleiter führte ihn an die Spitze des WDR. 1995 löste er Friedrich Nowottny als Intendant ab und leitete die Anstalt bis 2007.

Er wurde zum Online-Pionier und gründete die Internetredaktion des WDR.

Auf seine Initiative hin ging das gemeinsame Fernseh-Morgenmagazin von ARD und ZDF an den Start. Und er hob den TV-Ereignis-Kanal Phoenix mit aus der Taufe.

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Fritz Pleitgen im Presseclub, Aufnahme von 2005

Auch als Intendant stand  beziehungsweise saß Fritz Pleitgen weiterhin vor der Kamera. Von 1993 bis 2006 moderierte er rund 300 Mal den Presseclub.

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Fritz Pleitgen 2007 in der Harald Schmidt Show

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Fritz Pleitgen 2007 in der Harald Schmidt Show

Als Fritz Pleitgen 2007 die Intendanz an Monika Piel übergab, trat der 69-Jährige jedoch nicht in den Ruhestand.

Er verließ den WDR mit Planungen für mehrere Reportagen und freute sich darauf, diese nun in aller Ruhe umsetzen zu können.

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Kurzer Ausschnitt aus Reisereportage "Väterchen Don" (2008)

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Ausschnitt aus TV-Doku Väterchen Don

Seine Reise-Reportagen führten Fritz Pleitgen in die Rocky Mountains, nach Ostdeutschland ins Eichsfeld (Thüringen), durch den wilden Kaukasus und zu den Städten und Dörfern entlang des Don, des gewaltigen russischen Stroms.

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Fritz Pleitgen im März 2018 in der WDR-2-Sendung Jörg Thadeusz

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Dreharbeiten zur Dokumentation "Väterchen Don" in Russland

Bei seinen Reportagen zeigt sich die große Stärke von Fritz Pleitgen, neugierig auf die unterschiedlichsten Menschen zuzugehen. Egal ob russische Eisangler oder texanische Cowboys - sie alle öffnen sich vor der Kamera, erzählen von ihrem Leben.

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Fritz Pleitgen vor dem Logo von Ruhr 2010, am 04.02.2007 in Essen

2007 übernahm Fritz Pleitgen zusammen mit Oliver Scheytt die Geschäftsführung der Ruhr 2010 GmbH. Das Unternehmen organisierte und managte das Jahr als europäische Kulturhauptstadt 2010.

Essen und das Ruhrgebiet präsentierten sich unter anderem mit Aktionen wie dem "Stillleben Ruhrschnellweg A40/B1". Einen ganzen Tag wurde die Autobahn auf 60 Kilometer Länge für Autos gesperrt. 20.000 Tische waren aufgestellt, rund drei Millionen Besucher kamen.

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Fritz Pleitgen im März 2018 in der WDR-2-Sendung "Jörg Thadeusz"

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Mildred Scheel 1983 in ihrem Kölner Büro

Und auch dafür nimmt sich der Ruheständler und Vater von vier Kindern Zeit: Seit 2011 ist er Präsident der von Mildred Scheel gegründeten Deutschen Krebshilfe.

"Unentgeltlich vollbeschäftigt", so bezeichnete sich der engagierte Ehrenamtler einmal.


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Aufzeichnung einer "Redezeit" für Neugier genügt, Sendedatum 21.03.2018, WDR 5

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Aufzeichnung einer WDR-5-Redezeit mit Fritz Pleitgen und Ralph Erdenberger

Vor seinem Geburtstag hat Fritz Pleitgen dem WDR  mehrere Interviews gegeben: "Im WDR werde ich überall freudig begrüßt, das ist eine große Familie, als ob der alte Opa mal wieder zurückkommt."

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