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WDR

Autor: Jörn Kießler
Redaktion: Rainer Kellers, Nila Reinhardt

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Land unter

Wie Unwetter und Hochwasser NRW verwüstet haben

Die Zerstörungskraft des Wassers

Diese Luftaufnahme des Erftstädter Stadtteils Blessem zeigt den enormen Schaden, den Tief Bernd in ganz NRW angerichtet hat. Durch die anhaltenden Regenfälle ist die sonst so beschaulich dahinfließende Erft zu einem tödlichen Strom angeschwollen, der Straßen unterspült hat, komplette Gebäude mit sich gerissen und sogar Erdrutsche ausgelöst hat, wie man an dem Vorher/Nachher-Vergleich deutlich sieht.

Ganze Häuser werden weggespült

Wie verheerend die Flutkatastrophe war, wird auf Aufnahmen sichtbar, die erst Tage nach dem Unwetter gemacht wurden. Sie zeigen, wie die Wassermassen zahlreiche Existenzen zerstört haben. So wie in Erftstadt-Blessem, wo komplette Häuser weggerissen wurden und verschwanden.

Verschluckte Felder, abgebrochene Radwege

Diese Bilder wie aus dem zerstörten Erfststadt-Blessem werden vom Hochwasser in Erinnerung bleiben. In ganz NRW starben viele Menschen in den Fluten. Außerdem wurden große Teile der Infrastruktur NRWs zerstört.

Existenzen in Gefahr

Ganze Bauernhöfe wie dieser hier in Erftstadt wurden geflutet. Der Besitzer nutzte das Areal auch, um dort Wohnwagen abzustellen. Sie wurden alle einfach weggeschwemmt. Nun versucht der Landwirt erst einmal, das Haus für sich und seine Tochter wieder bewohnbar zu machen.

Ganze Ernten zerstört

Dazu kommt, dass viele Landwirte durch das Hochwasser große finanzielle Einbußen erlitten haben. Die Wassermassen fluteten riesige Felder, wie hier die Ruhr bei Bochum-Dahlhausen, und zerstörten ganze Ernten.

Einsatzkräfte verhindern Dammbruch

Die Luftaufnahmen von der Steinbachtalsperre zeigen, welche Leistung Einsatzkräfte und freiwillige Helfer während des Hochwassers an vielen Orten in NRW vollbracht haben. Sie schafften es, das Brechen des Damms zu verhindern, obwohl sich das Wasser aus dem Staubecken schon seinen Weg über die Staumauer gesucht und Teile des Damms abgetragen hatte. Unter den Helfern: der 70 Jahre alte Chef einer Baufirma, der mit einem Bagger den Abfluss der Talsperre freischaufelte.

Landschaften versinken

Auch in den ländlicheren Gebieten in der Umgebung großer Städte oder verwinkelter Dörfer richten die Wassermassen teils riesige Schäden an. Im Hagener Stadtteil Garenfeld, der direkt an einem Ruhrbogen liegt, wird das ganze Areal eines Campingplatzes mit den braunen Wassermassen des angeschwollenen Flusses geflutet.

Uferlinien verschwinden

Wie viel Wasser die Flüsse und Bäche nach den Unwettern mit sich führten, wird auch an Orten sichtbar, in denen sie keine ganzen Gebäude wegspülten. In Mülheim beispielsweise trat die Ruhr über die Ufer und flutete die Altstadt.

Flüsse und Bäche werden zur tödlichen Gefahr

Die Stadt Altena mit ihrer gleichnamigen Burg ist ein beliebtes Postkartenmotiv. Am 14. Juli 2021 ändert sich das Bild schlagartig, als die Regenmassen die Lenne bis auf mehr als das Dreifache des normalen Pegelstands ansteigen lassen. Auch kleinere Bäche dort entwickeln Kräfte, die ganze Straßen abbrechen lassen. Ein Feuerwehrmann kommt ums Leben, als er einen Mann aus einem Auto retten will. Dabei stürzt er und wird von den Wassermassen mitgerissen.

Fortbewegung nur noch mit dem Boot möglich

Dass die Inde über die Ufer tritt, ist für die Menschen in Kornelimünster, das zu Aachen gehört, nichts Ungewöhnliches. Dass man den Kornelimarkt dann aber nur noch mit einem Boot überqueren kann, schon.

Hoher Pegel unter der Schwebebahn

In Wuppertal stieg der Pegel der Wupper so stark, dass die Schwebebahn, ein Wahrzeichen der Stadt, so stark beschädigt wurde, dass sie vorerst den Betrieb nicht wieder aufnehmen konnte.

Ganze Ortsteile werden evakuiert

Wegen der extremen Regenfälle mussten ganze Ortsteile evakuiert werden. So wie Solingen-Unterburg. Hier schwoll der Eschbach so sehr an und überflutete den kleinen Ort, dass aus Sicherheitsgründen Strom und Gas abgestellt werden und die Anwohner ihre Häuser räumen mussten.

Gewässer nach Überschwemmung verschmutzt

Die Wassermassen, die weite Teile NRWs fluteten, haben nicht nur Dreck und Schlamm in die Häuser der Menschen geschwemmt. Durch zerstörte Heizöltanks, Kraftstoff aus weggespülten Autos und kaputte Rohre wurde auch das Wasser selbst stellenweise stark verschmutzt. Gut erkennen lässt sich das an dem Ölfilm, der auf dem Baldeneysee treibt.

Gefahr unter der Erde

Aber auch Flüsse und Bäche, die unter normalen Umständen nicht sichtbar sind, richteten schwere Schäden an. In Essen brach ein Tanklaster auf dem Gelände eines Logistikunternehmens durch den Boden. Der Bach, der unter dem Gewerbegebiet fließt, hatte den Grund ausgehöhlt.

Entlastung für die Stauseen

Um Überflutungen zu verhindern, wurde an den Stauseen so viel Wasser abgelassen wie möglich. Am Stauwehr des Baldeneysees in Essen beispielsweise rauschten am 15. Juli Millionen Kubikmeter Wasser die Ruhr hinunter.

Tagelang Hochwasser

Auch Tage nach den Unwettern und Regenfällen ist der Pegel von einigen Flüssen in NRW noch nicht gesunken. In Köln beispielsweise hat der Rhein noch immer das Konrad-Adenauer-Ufer überflutet.

Das Ausmaß des Schadens wird sichtbar

Das ganze Außmaß des Schadens, den das Hochwasser angerichtet hat, wird erst Tage nach den Unwettern sichtbar. Wie hier auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt. Die Wassermassen, die die Fahrbahn überschwemmt hatten, sind mittlerweile abgelaufen. Zurück bleiben kaputte Fahrbahnen, zerstörte Leitplanken und Tonnen von Schlamm.

Innenstädte von den Fluten zerstört

Auch die idyllische Altstadt von Bad Münstereifel wurde Opfer der Fluten. Dort, wo Besucher im vergangenen Jahr an der Erft saßen und den Sommer genossen, hat der Fluss ein Bild der Verwüstung hinterlassen.

Das Wasser zieht sich zurück

Eine Woche nach den Unwettern und den dadurch verursachten Überschwemmungen hat sich das Wasser an einigen Orten wieder zurückgezogen - sogar in Gemeinden wie Bad Münstereifel, die das Hochwasser sehr schwer getroffen hat.

Wegräumen, sauber machen, neu aufbauen

Hier machen sich die Menschen daran, den Schlamm zu beseitigen, den Schutt wegzuräumen und ihre Heimat wieder aufzubauen.

Mancherorts kaum noch Hinweise auf Hochwasser

An anderen Orten, die nicht so schwer von Unwetter und Hochwasser betroffen waren, läuft an vielen Stellen das Leben schon wieder weiter, als sei nichts gewesen. So wie der Verkehr in dieser Unterführung in Düsseldorf.

Zwei Sommer der Extreme

Meteorologen werden nicht müde zu betonen, dass sich der Klimawandel eben nicht nur durch extreme Trockenheit zeigt. Sie sprechen von Extremwetterereignissen, zu denen auch Starkregen und Unwetter gehören, wie sie NRW Mitte Juli erlebte. Wie extrem diese Ereignisse sein können, zeigen die Bilder der Wuppertalsperre, die im Sommer 2020 und 2021 aufgenommen wurden. Im Jahr 2020 war die Talsperre wegen der Dürre Mitte August noch zu 40 Prozent gefüllt. In diesem Jahr musste das Wasser Mitte Juli kontrolliert abgelassen werden, um eine Flutwelle zu verhindern.