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Los geht's

Lebensgefühl auf 20 Zoll

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Ein paar Jungs, etwas Holz und einige helfende Hände – mehr brauchte es vor drei Jahrzehnten nicht, um den ersten BMX-Wettkampf in Köln auf die Beine zu stellen. Die Keimzelle der heutigen BMX Cologne war geboren. Damals nahmen knapp 50 Sportler an der ersten Ausgabe teil. Mit dabei auch Stephan Prantl, heutiger Organisator der BMX Cologne. Die Veranstaltung ist inzwischen international ein Top-Event.  Etwa 300 Fahrer aus der ganzen Welt kommen auf das Gelände des Kölner Jugendparks unter der Zoobrücke. Bis zu 10.000 Fans wollen dort die Besten der Szene live erleben. Eine Multimedia-Zeitreise in die 1980er Jahre - und wieder zurück.

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"Anfang der 80er hatte man den Wunsch BMX zu fahren"

Stephan Prantl: Ehemaliger BMX-Profi und Mitbegründer der BMX Cologne

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Das Problem damals: Die in Deutschland noch sehr junge Sportart kannte kaum jemand. Anders als heute gab es noch keine Bikeparks. Die Jugendlichen waren auf sich allein gestellt. Kreativität und Eigeninitiative waren gefragt. Und so bauten die jungen BMX-Fahrer ihre Rampen selbst. Meist in der Nähe des Messegeländes, weil dort viel Material herumlag. Auf Dauer war das aber keine Lösung. Denn die eigenen Bauwerke waren nicht für die Ewigkeit. Eine feste Trainingsstätte für die BMXer musste her.  

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Der Kölner Jugendpark bietet den Jugendlichen erstmals eine  Gelegenheit ihre Sportart nach ihren Vorstellungen und vor allem legal auszuführen. So entsteht 1983 das erste "Rampenbauprojekt" auf dem weitläufigen Gelände unterhalb der Zoobrücke direkt am Rhein. Das Archivmaterial des Jugendparks zeigt die ersten Fahrversuche auf den neuen Rampen.

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Die neue Heimat ermöglichte auch den ersten Wettkampf. Jeder, der Spaß am BMX-Fahren hatte und mindestens sechs Jahre alt war, durfte starten. Für fast alle Teilnehmer damals war das die erste Gelegenheit zu  zeigen, was sie mit ihrem BMX-Rad so alles anstellen können. Das Staunen beim Publikum war groß ...

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"Was machen die denn da?"

Stephan Prantl über den ersten Wettkampf

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"Ein unheimlich schönes Gefühl"

Stephan Prantl erinnert sich an seine ersten Wettkämpfe. Damals noch als kleiner Junge im roten Shirt.

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Prantl hat das Potenzial der Sportart früh erkannt. So entwickeln sich die BMX-Wettkämpfe im Kölner Jugendpark unter seiner Organisation rasant. Schon bald werden Fahrer aus unterschiedlichen Ländern auf die Veranstaltung in Deutschlands neuer BMX-Metropole Köln aufmerksam.

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Ab 1994 sind unter den Fahrern internationale Größen des Sports anzutreffen. Sponsoren werden gefunden. Medienarbeit kommt hinzu. Diese Professionalisierung des  Events hat ihn zu dem gemacht, was er heute ist - ein schwieriger Spagat. Schließlich ist den "Freestyle"-Sportlern mit ihren 20-Zoll-Rädern nichts wichtiger als ihre Unabhängigkeit.

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"Ein Stück Freiheit aufgegeben"

Stephan Prantl über die Entwicklung der BMX Cologne.

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Aber es gab auch Rückschläge. In den 1990er Jahren war BMX-Fahren nicht besonders angesagt. Der Absatz der speziellen Fahrräder ging zurück. Die schwächelnde BMX-Industrie ließ auch die Kölner Veranstaltung wanken. In einem Jahr, so erinnert sich Prantl, habe es aus Kostengründen lediglich einen Flatland-Wettbewerb gegeben, weil dieser ohne großen organisatorischen Aufwand zu realisieren gewesen sei. Für diese Disziplin benötigt man lediglich eine ebene Fläche, auf der die Fahrer ihre Tricks zeigen können.

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In diesem Jahr findet die BMX  Cologne in gewohntem Umfang  im Jugendpark statt. Neben der Disziplin "Flatland" sind auch "Superbowl" - ein spezieller Parcours aus Holzrampen - und "Dirt" - rasante Fahrten und Sprünge über Erdhindernisse - im Programm.

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Logistisch ist die Organisation der BMX Cologne eine enorme Herausforderung. Allein für die Dirtwettbewerbe müssen im Vorfeld etwa 1000 Kubikmeter Erde herangekarrt und unter der Zoobrücke zu einem spannenden Parcours modelliert werden. Daran arbeitet ein Drei-Mann-Team um den 24 Jahre alten Simon Moratz mit Schaufeln, Rüttelmaschinen und Baggern.

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Neun Meter Distanz beim ersten Sprung

Simon Moratz über den Bau der Dirt-Strecke

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Ein neues Element der Dirt-Strecke ist die sogenannte Sharkfin (Haifischflosse). Sie bildet eine 90 Grad Steilkurve, aus der sich die Fahrer in die entgegengesetzte Richtung heraus katapultieren lassen.
Die besten Fahrer werden dabei in der Luft auch noch Tricks einbauen. Auch die Streckenbauer sind schon gespannt, wie das funktionieren wird.

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Schnick-Schnack-Schnuck

Streckenbauer Simon Moratz über die erste Fahrt.

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Die zweite Disziplin der BMX Cologne nennt sich Superbowl und ist in diesem Jahr zum ersten mal beim Event vertreten. Sie ist entstanden aus dem sogenannten "Pool Riding" in den USA während der Pionierjahre des Skateboardens und des BMX. Die Fahrer suchten sich damals trockene Swimmingpools, mit den für die Staaten üblichen abgerundeten Ecken, und nutzen diese zum Ausführen ihrer Tricks. Die Superbowl im Kölner Jugendpark ist ein 50 mal 30 Meter großer Parcours. Zwei Wochen lang haben zehn Arbeiter daran geschraubt und gehämmert.

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Neben Dirt und Superbowl ist Flatland die dritte Disziplin in der sich Profis und Amateure bei der BMX Cologne messen. Flatland ist sehr trainingsintensiv. Die Fahrer müssen ihre Bewegungen so verfeinern, dass sie eins werden mit dem Rad. Ziel ist es, möglichst spektakulär zur eigens ausgewählten Musik zu  "tanzen" ohne dabei einen Fuß auf den Boden zu setzen. In diesem Jahr starten die Flatlander in Köln in einer ganz besonderen Atmosphäre: Zur BMX Cologne wurde ein Autoscooter für den Wettbewerb aufgestellt.

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Auch wenn sich der Sport und die Räder in den vergangenen 30 Jahren enorm weiter entwickelt haben, ist die BMX Cologne für viele Starter immer noch etwas besonderes. Sie freuen sich auf die Wettbewerbe und den Vergleich untereinander, mögen das besondere Flair des Festival-Geländes direkt am Rhein – allerdings ist BMX-Fahren selbst unter den Jugendlichen heute längst nicht mehr so angesagt wie noch in den 1980er Jahren.

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"Man wird belächelt"

David Theisen startet im Dirt-Wettbewerb der BMX Cologne

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Die Möglichkeiten für die BMX-Fahrer sind im Vergleich zu den Anfängen in den 1980er Jahren viel besser geworden. In vielen Städten gibt es permanante Trainingsstätten. Außerdem können sich die Fahrer Tricks über Internet-Videos von den Profis abschauen. So hat David Theisen auch angefangen. Heute zählt er selbst zu den Profis. Über Sponsorenverträge finanziert er seinen Sport. Bei der BMX Cologne will er einen besonderen Trick zeigen.

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"Das Rad drei Mal unter sich drehen"

David Theisen (19) über seinen besten Trick

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Flugeinheiten auf 20 Zoll-Reifen

So sieht es heute - 30 Jahre nach dem Start des ersten BMX-Events im Kölner Jugendpark aus - wenn die Freaks durch die Luft fliegen...

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"Wir hatten nie einen Plan"

Stephan Prantl ist selbst beeindruckt, dass sich die Veranstaltung über die Jahre ohne Unterbrechung zu dem entwickelt hat, was sie heute ist.

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Sport im Westen

Auch dieses Jahr erlebten die Zuschauer waghalsige Stunts und atemberaubende Einlagen. Alle Highlights der BMX Cologne 2014 in "Sport im Westen": Samstag I 26.07.2014 I 16:50-17:20

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Die BMX Cologne fand dieses Jahr unter besonders erschwerten Bedingungen statt. Bei Höchsttemperaturen bis 37 Grad wurde von Fahrern und Publikum alles abverlangt. Trotzdem zeigten die Sportler atemberaubende Tricks in allen drei Disziplinen, wofür sie vom Publikum umsomehr gefeiert wurden.

Ergebnisse:

Dirt:
1 Leandro Moreira [Brazil]
2 Brandon Loupos [Australia]
3 Michael Meisel [Germany]

Superbowl:
1 Alex Coleborn [England]
2 Logan Martin [Australia]
3 Daniel Dhers [Venezuela]
-
6 Paul Thölen [Germany]

Flatland:
1 Dominik Nekolny [Czech]
2 Moto Sasaki [Japan]
3 Matthieu Bonnécuelle [France]
-
7 Waldemar Fatkin [Germany]

Weitere Infos: http://bmxcologne.de/







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