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Wolf Biermann

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Er hat die DDR nicht zu Fall gebracht. Aber er hat dazu beigetragen, dass sich eine Protestbewegung gegen die SED-Diktatur zusammenschloss. Jetzt wird der Liedermacher Wolf Biermann 80.

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Der junge Wolf

Am 15. November 1936 wird Wolf Biermann in Hamburg geboren. Seine Eltern sind überzeugte Kommunisten. Sein Vater kommt deshalb in Haft – und wird anschließend in Auschwitz ermordet, weil er Jude ist. Es prägt den jungen Wolf, der da gerade einmal sechs ist.

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"Leben ohne Rückfahrkarte"

Wolf Biermann wird Kommunist, genau wie seine Eltern. Noch als Teenager zieht er 1953 in die DDR, allein. Der Kommunismus ist für ihn das Paradies auf Erden. Erst viele Jahrzehnte später wird ihm klar, dass die soziale Idylle in der Realität zur Hölle werden kann.

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In Berlin kommt der Brecht-Fan zum "Berliner Ensemble". Seine Kollegen am Theater schreiben Bühnen-Stücke und Gedichte - und er denkt sich: Das kann ich auch.
Wolf Biermann beginnt Lieder zu schreiben. Außerdem gründet er ein Arbeiter- und Studententheater und inszeniert ein Stück über die Berliner Mauer. Da wird die DDR-Führung hellhörig und verhängt ein Auftrittsverbot.

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"So soll es sein - so wird es sein"

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1968 nimmt er seine erste eigene Platte in seiner Ostberliner Wohnung auf. Der Straßenlärm auf "Chausseestraße 131" ist echt und wird im Westen als "wahrer DDR-Sound" gefeiert. 

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"Du bist nicht so einsam, wie du denkst"

Biermanns Musik verbreitet sich auf Kassetten, wird immer wieder kopiert. Das Hintergrundrauschen, das dabei entsteht, hat für ihn eine Botschaft.

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"Das Land ist still. Noch"

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Kurz vor seinem 40. Geburtstag erhält Wolf Biermann überraschend ein Visum für eine Tournee durch die Bundesrepublik. Nach elf Jahren Auftrittsverbot in der DDR findet in der Kölner Sporthalle vor fast 7.000 Fans sein legendäres Köln-Konzert statt. Ein Konzert mit Folgen.

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Biermann wird ausgebürgert

Der 16. November 1976: Drei Tage nach dem Köln-Konzert und einen Tag nach seinem 40. Geburtstag erfährt Biermann im Radio, dass er nicht zurück in die DDR darf.

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"Wie rausgerissen aus meinem Boden"

Die Proteste in Ost und West sind riesig. Doch die Partei nimmt die Ausbürgerung nicht zurück. Sie wird zum Wendepunkt und zum Anfang vom Ende der DDR, sagen Historiker heute. Biermann muss sein neues Leben anfangen, fühlt sich verloren im Westen.

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"Sie sind viel dümmer als Ihre Lieder"

Biermann über die Schlüsselbegegnung mit Manès Sperber

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Biermann bleibt Kommunist. Vorerst. Erst 1983 öffnet ihm der befreundete Schriftsteller Manès Sperber die Augen. Nun kämpft Wolf Biermann vehement gegen den Kommunismus, der seiner Meinung nach in der Realität nicht funktionieren kann.

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"Ermutigung"

Biermann singt sein berühmtes Lied "Ermutigung", das 1968 erschienen ist.

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Als Wolf Biermann im November 2014 anlässlich des Mauerfall-Jubiläums im Bundestag spricht, kommt es zum Eklat. "Ich habe mir in der DDR das Reden nicht abgewöhnt und das werde ich hier schon gar nicht tun." Er setzt sich über die Ermahnung des Bundestagspräsidenten hinweg und beschimpft die Linkspartei als "Drachenbrut". Einmischen ist und bleibt für ihn erste Bürgerpflicht.

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"Nur wer sich ändert, bleibt sich treu" (1991)

Biermann und seine Frau Pamela. Beide stehen seit vielen Jahren gemeinsam auf der Bühne, am 11. November 2016 ist ihr neues Album erschienen. In seiner Musik blickt Biermann auf ein intensives Leben – von West nach Ost und wieder zurück. Oft nach seinem Lebensmotto: "Nur wer sich ändert, bleibt sich treu..."

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"Warte nicht auf bessre Zeiten!"

Biermanns Fazit: Das Beste, was er machen konnte, war DDR-Bürger zu werden.

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Kurz vor seinem 80. Geburtstag ist seine Autobiografie erschienen: "Warte nicht auf bessre Zeiten!" Ein wortgewaltiges Werk, in dem Biermann auf sein Leben zurückschaut, das so eng verbunden ist mit der Dramatik der deutschen Geschichte. Beeindruckende, detailreiche Erinnerungen, die Biermann seinen Tagebüchern und Stasi-Akten entnommen hat.

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