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Miriam Semir, Rennleiterin Tour d'Eritrea, über die Radsportbegeisterung in ihrem Land

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Radsport ist Nationalsport in Eritrea. Die Leidenschaft für das Fahrrad hat die einstige Kolonialmacht Italien Ende des 19. Jahrhunderts in das kleine afrikanische Land am Roten Meer importiert. Das erste Radrennen in Eritrea fand 1946 statt. Einheimische Fahrer durften daran zwar nicht teilnehmen, aber die Begeisterung für den Radsport ist dennoch geblieben. Seit 2009 gibt es die Tour d'Eritrea. Das Rennen gehört zur Afrika-Tour des Radsport-Weltverbandes UCI. Die einheimischen Profis hoffen, dass ihnen die Tour als Sprungbrett für eine internationale Karriere dienen kann.

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Natnael Berhane, Radprofi, über Radsport in Eritrea

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Natnael Berhane, Gewinner der Tour d'Eritrea 2010, ist einer von vier eritreischen Radprofis, die den Sprung in die World Tour geschafft haben, die höchste Klasse des Radsports. Alle fahren sie für das südafrikanische Team Dimension Data. Der bekannteste von ihnen ist Daniel Teklehaimanot, der bei der Tour de France 2015 vier Tage lang das gepunktete Bergtrikot trug und seitdem den Status eines Volkshelden genießt. Für die Radsportler in ihrer Heimat sind Teklehaimanot und die anderen Top-Profis die Fixsterne, die ihnen den Weg aus dem Elend weisen.

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Eritrea zählt zu den ärmsten Ländern der Erde. Der aktuelle Human Development Report der Vereinten Nationen führt das Land auf Platz 179 von 188. Im vergangenen Jahr führte die seit 1993 regierende "Übergangsregierung" unter  Präsident Isayas Afewerki neue Geldscheine ein, was die Einkommenslage der Menschen weiter verschlechtert hat. Denn seitdem dürfen Einzelpersonen nur noch 5.000 Nafka (296 Euro) pro Monat von ihrem Bankkonto abheben.

Rund zwei Millionen Menschen sind in den vergangenen Jahren aus Eritrea geflohen. Sie fliehen nicht nur wegen der wirtschaftlichen Not, sondern auch wegen der verheerenden Menschrechtslage. Ein Recht auf freie Meinungsäußerung existiert faktisch nicht. Auf der im April 2017 von der Organisation Reporter ohne Grenzen veröffentlichten Rangliste der Pressefreiheit belegt Eritrea den vorletzten Platz, knapp vor Nordkorea.

Der Dienst in der "Volksarmee" ist obligatorisch und kann auf unbestimmte Zeit verlängert werden. Tausende politische Gefangene sitzen ohne Anklagerehebung und Gerichtsverfahren im Gefängnis. Laut Amnesty International dürfen Menschen zwischen fünf und 50 Jahren nicht ausreisen. Wer bei der Flucht aufgegriffen wird kommt in Haft.

Der Sport bietet daher auch eine der wenigen Möglichkeiten, das Land legal zu verlassen. Auch vom Militärdienst ist man als Profisportler nach einem halben Jahr Grundausbildung freigestellt. Und so riskieren die Fahrer bei der Tour d'Eritrea alles.

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Die Tour d'Eritrea 2017

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Die Tour d'Eritrea bestand in diesem Jahr aus fünf Etappen über insgesamt 604 Kilometer und drei Kriterien, die nicht für die Gesamtwertung zählten. Eines der Kriterien gewann der 19 Jahre alte Saymon Musie. Die Tour d'Eritrea beendet er als Gesamtsechster. Auch er träumt wie so viele Radsport-Talente aus Afrika einen großen Traum.

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Saymon Musie über seinen großen Traum

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