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Skulptur Projekte Münster 2017

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Alle zehn Jahre verwandelt sich Münster in einen riesigen kostenlosen Skulpturenpark. Vom 10. Juni bis zum 1. Oktober 2017 ist es wieder soweit.

35 international renommierte Künstler loten aus, wie der Stadtraum auf ihre Werke reagiert - und umgekehrt. So wie John Knight mit seiner überdimensionalen Wasserwaage an der Nordspitze des LWL-Museums für Kunst und Kultur gegenüber vom Dom.

Wir haben die Kuratoren und Künstler beim Aufbau besucht. Und stellen Ihnen einige Highlights vor.




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Gemeinsam mit Britta Peters, Imke Itzen und Marianne Wagner (v.l.n.r.) hat Kaspar König 35 Künstler eingeladen, ihre Werke zu ausgewählten Orten im Stadtraum in Beziehung zu setzen.

Erstmals gibt es auch eine kleine Außenstelle in Marl. Warum auch nicht? Die Documenta 14 in Kassel hat ja schließlich auch Athen.

Was ist sonst noch neu? Und warum? Gründungsvater Kaspar König, seit 1977 mit dabei, kann es erklären.

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Raum mit Körpern

Kaspar König erläutert, was an der Skulptur Projekte Münster 2017 diesmal anders ist.

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Zumindest in den ersten Wochen kommt kaum ein Besucher Münsters an der Skulptur Projekte vorbei.

Bis zur Neueröffnung des Bahnhofs Ende Juli ist der "Hamburger Tunnel" für Zugfahrer der einzige Zugang zur Innenstadt. Hier hat der nigerianische Künstler Emeka Ogboh eine Klanginstallation  geschaffen, die den Passantenfluss rhythmisiert.

Zu hören sind urbane Geräusche, Gedichte, eigene Kompositionen und Sounds des US-Musikers Moondog, der 1999 in Münster starb.


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Im "Hamburger Tunnel" könnten Besucher auch auf die Truppe des Tänzers und Choreografen Xavier Le Roy treffen. Mit etwas Glück zumindest.

Gemeinsam mit der chinesischen Künstlerin Scarlet Yu hat der Franzose Menschen in Workshops unterrichtet, mit ihrem Körper eine Art lebende Skulptur zu entwickeln, die sie Passanten in unterschiedlichsten Orten im Stadtraum vorführen.

Le Roys Arbeit steht für die Werke jener Künstler, die versuchen, den Skulptur-Begriff – hier hin zur Performance – zu erweitern.

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In der Zeit und aus der Zeit

Xavier Le Roy über Skulptur und Aktion – und wie man beides zusammenbringt.

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Auch an der Arbeit von Oscar Tuazon lässt sich ablesen, wie sich der Begriff der Skulptur in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat.

Auf einer Industriebrache am Kanal hat der US-Künstler ein Betonobjekt mit integrierten Feuerstellen errichtet, das Wärme spendet und als Grill genutzt werden kann. Die Grenzen zwischen Architektur, Kunst und Gebrauchsdesign verwischen.

Die hölzerne Außenhaut von "Burn the Formwork" darf übrigens verfeuert werden. Zerstört man damit die Skulptur? Oder enthüllt man sie erst? 

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Auch Ayşe Erkmen hat ein Werk geschaffen, das sich als soziale Mitmach-Skulptur verstehen lässt. Dabei ist es (fast) unsichtbar.

Auf Containern hat die türkische Künstlerin im Hafen knapp unter der Wasseroberfläche einen Steg errichtet, über den maximal 60 Personen biblisch zwischen den Ufern vom Restaurant zum Gefahrengutlager übers Wasser wandeln können.

Auf unserem 360-Grad-Panorama-Video ist der Moment eingefangen, in dem die Arbeiter mit der Installation der Treppe das Werk vollenden.

360°-Videos können in ihrem Browser nicht angezeigt werden.

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Auf Interaktion und Kommunikation setzt auch der Berliner Künstler Aram Bartholl (links). Mit drei Skulpturen schlägt er über die Thermoelektrik die Brücke vom Feuer als uraltem Versammlungsort zum Strom als Grundlage digitaler Medien.

Am Pumpenhaus können die Besucher ihr Handy an Generatorenstöcken über einem Lagerfeuer aufladen, am Fernemeldeturm steht ein Grill, der Energie für eine Datenbank über ein Leben ohne Internet generiert.

Und was ist in der Unterführung beim Schloss zu sehen? Projektbetreuerin Clara Napp erklärt es.

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Es werde Licht!

Clara Napp entzündet Bartholls Leuchter und knüpft Bezüge zum Standort.

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Ei Arakawa nutzt Licht als skulpturales Medium anders: Der japanische Installationskünstler setzt weniger die Besucher der Skulptur Projekte in Szene, sondern macht Kunstwerke zu Akteuren.

Für Münster hat der Japaner beim Haus Kump Gemälde von Zeitgenossen und ein Werk Gustave Courbets in grob gerasterte LED-Malerei überführt und die Tafelbildergruppe zum Singen gebracht. Mit digitalen Mitteln gibt er so der totgesagen 2D-Malerei im Raum buchstäblich wieder eine Stimme.

Unser Tipp: Unbedingt bei Dämmerlicht kommen!

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Natürlich sind in Münster auch klassische Skulpturen zu sehen. Wie Justin Matherlys "Nietzsche's Rock" auf einer Grünfläche der Promenade. Hier kontrolliert der US-Künstler die Aufschichtung, bevor das Objekt mit pinken Glasfaserplatten überzogen wird.

"Nietzsche's Rock" ist die 1:1-Nachbildung eines Felsens am See von Silvaplana im Oberengadin, an dem der deutsche Philosoph 1888 seine Idee zur ewigen Wiederkehr des Gleichen gehabt haben soll.

Statt eines Sockels thront die Skulptur übrigens auf Gehhilfen, die zum Teil aus Münsteraner Krankenhäusern stammen.

 

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Eher traditionell arbeitet auch Hervé Youmbi, der seine Masken über dem Grab des Kriegsministers Ludwig Roth von Schreckenstein (1789-1858) auf dem stillgelegten Überwasserfriedhof schweben lässt.

In alter Manier in Kamarun gefertigt, verbinden sie traditionelle Motive unterschiedlicher Religionen mit westlichem, von Edvard Munch inspiriertem Horrorfilm-Kitsch.

"Meine Masken könnten die Seelen der Toten sein", sagt Youmbi. "Oder die Träume eines Schläfers."  Schreckenstein und einen zweiten Schläfer kann man auf unserem 360-Grad-Foto entdecken. Einfach weiterscrollen.

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Mika Rottenberg aus Argentinien hat in einem ehemaligen Asialaden in der Gartenstraße eine Installation mit chinesischem Billigspielzeug und Fastfood geschaffen. Leider ist sie nur halb so knallig wie das, was Rottenberg sonst so macht. 

Nebenan läuft Rottenbergs Film "Cosmic Generator", der über den Handel Orte und Menschen aus Mexiko, Kalifiornien oder China miteinander verknüpft.

Die Kritik am Ausverkauf des globalen Kapitalismus ist offensichtlich.

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Thomas Schütte ist schon zum vierten Mal dabei. 2017 bildet er eine Art raum-zeitliche Klammer. Seine Kirschensäule, 1987 an einem Parkplatz errichtet, ist längst Ikone. Sie wird von einem Kinderspielplatz inzwischen leider arg verkitscht.

Neu in Münster steht Schüttes "Nuclear Temple" auf dem idyllischen alten Zoogelände. Am Ausstellungs-Zweitstandort Marl zeigt der Düsseldorfer Bildhauer – auf einem Parkplatz! – eine Melonenskulptur und schlägt so einen Bogen zwischen den beiden Städten.

Aber warum überhaupt Marl? Die Kuratorinnen Britta Peters und Marianne Wagner erklärten es.

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Warum Marl?

Britta Peters (rechts) und Marianne Wagner zur Partnerwahl.

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Welche Werke als Teil der "öffentlichen Sammlung" angekauft auch in Zukunft das Stadtbild prägen werden, entscheidet sich erst am Ende der Schau, die nur alle zehn Jahre stattfindet.

Von 2007 ist zum Beispiel Susan Philipsz' "The Lost Reflection" geblieben, die seitdem jeden Sonntag um 12:00 Uhr von beiden Ufern aus tapfer gegen den Lärm auf der Torminbrücke am Aasee ansingt. Während der Skulptur Projekte 2017 ist sie täglich zu hören.

Am Aasee stehen auch die berühmten "Giant Pool Balls" von Claes Oldenburg von der ersten Skulptur Projekte, die für die aktuelle Schau gesäubert wurden. Dabei war gerade ihr Verbleib 1977 arg umstritten.

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Polizeischutz für drei Kugeln

Kaspar König erzählt, wie sich die Skulptur Projekte Münster allmählich etablierte.

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In ihrer fünften Ausgabe gehört die Skulptur Projekte längst zum Establishment. Provozieren tut hier niemand. Aber es ist ja auch eine andere Zeit.

Dafür dürfen die Besucher mutig sein: Im Tätowierstudio des New Yorker Künstlers Michael Smith am Hansaring kann sich jeder  ein Souvenir nach Entwürfen von Teilnehmern der Skulptur Projekte seit 1977 stechen lassen. Das Temporäre der Schau wird so ein Stück weit aufgelöst.

Mutige ab 65 Jahren erhalten Sonderkonditionen.

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Die fallenden Figuren von Samuel Nyholm alias Sany wären auf jeden Fall ein lohnendes Tatoo-Motiv. Inspiriert von dänischen Bier-Cartoons der 60er und 70er Jahre, interpretiert er Figuren der nordischen Mythologie neu.

Drei riesige Figuren hat Sany, dessen Motive ohnehin auf Bannern, Tragebeuteln, Flyern und Aufklebern zur Ausstellung onmipräsent sind, im Stadtraum platziert. Damit man sie findet - und überhaupt seine Reise zur Skulptur-Projekte planen kann - hat der WDR eine interaktive Karte entwickelt.

Den Link dazu gibt's auf der nächsten Seite.

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