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Ein Leben als Selbstversorger

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Im kleinen Örtchen Rickelrath im Kreis Heinsberg haben sich Martin und Christiane Schreder einen Traum verwirklicht: Eine kleine Farm, mit der sie sich fast komplett selbst versorgen können. Gemüse, Milch, Käse, Fleisch und Kosmetik - alles stellen die Schreders auf ihrem Hof selbst her. Damit sind sie gut beschäftigt - und genügsamer als früher. 

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Willkommen auf der kleinen Farm in Rickelrath -  dem Zuhause dieser niedlichen Ziegen, aber auch von Hühnern, Enten, Kaninchen, Pferden, Hunden und Katzen.

Auf 1400 Quadratmetern haben Christiane und Martin Schreder sich 2007 einen Traum erfüllt: sie wollten gerne möglichst autark leben, viel selbst produzieren und wenig zukaufen.

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Und das sind die beiden Farmer - im Gespräch mit unserem Selbstversorger-Laien Dirk Salomon.

Während Christiane Schreder unter der Woche einen normalen Verwaltungsjob hat, kümmert sich der gelernte Gärtnermeister Martin Schreder ausschließlich um den kleinen Bauernhof - pflanzt, füttert und repariert. Fast alles auf dem Hof hat er selbst gebaut - unter ganz besonderen Voraussetzungen...

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"Ich bin blind"

Martin Schreder ist blind - was Besuchern zunächst garnicht auffällt. Auf seinem Hof bewegt er sich völlig selbstverständlich, sagt selbst: "Sehen wird überbewertet."

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Läuft man mit Martin Schreder über seinen Hof, dann deutet er häufig nach rechts und links, erklärt, was wo wächst und an welcher Stelle man besser den Kopf einziehen sollte. "Ich kenne hier jeden Zentimeter", sagt er. Den Weg hat er gepflastert, die Tiergehege selbst gebaut.

Das Sehen fehlt ihm selten, nur wenn der Frühling kommt, wird er manchmal traurig: "Dann wüsste ich schon gern, wie der Garten aussieht."

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Auch seine Frau Christiane hat Martin Schreder noch nie gesehen, wie er gern scherzhaft erzählt. Die beiden sind ein eng verwobenes Team - während er sich tagsüber um Garten und Tiere kümmert, organisiert sie Selbstversorger-Kurse und werkelt in ihrem kleinen "Hexenhaus" an neuer Naturkosmetik. 

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Salate, Zwiebeln, Kartoffeln, Bohnen, Spargel, Erdbeeren - die Liste der Obst- und Gemüsesorten, die die Schreders auf ihrem kleinen Acker im Garten anbauen, ist lang. Vor allem alte und seltene Sorten kultivieren sie hier, viele von ihnen findet man in der konventionellen Landwirtschaft gar nicht mehr. 

Was die Schreders nicht sofort verbrauchen, wird eingeweckt und im großen Vorratskeller für karge Wintertage aufbewahrt. 

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Um auf ihrem kleinen Acker Platz zu sparen, nutzen sie zum Beispiel für Erdbeeren eine solche Pflanzsäule - die sehr einfach nachzubauen ist:

 - Die Erdbeersäule ist aus einem handelsüblichen Abflussrohr gemacht. In dieses Rohr werden mit einer Lochsäge Kreise geschnitten.

 - Das Rohr wird eingegraben und bis zur ersten Lochreihe mit Erde gefüllt.

 - Dann werden die ersten Pflanzen reingesteckt und mit Erde aufgefüllt, bis die Säule gefüllt ist. Oben muss etwas „Luft“ bleiben, da kommt das Gießwasser rein.

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Nicht nur Obst und Gemüse stehen auf dem   Speiseplan der Schreders - auch für ihren Fleischbedarf sorgen sie selbst. Dazu halten sie auf dem Hof Kaninchen, Ziegen, Hühner + Enten. Die leben hier länger, als in konventionellen Betrieben - werden schließlich aber auch geschlachtet. 

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"Das Maßlose ist weg"

Das Leben als Selbstversorger hat ihre Essgewohnheiten verändert, sagt Martin Schreder. Gerade Fleisch essen sie nun deutlich weniger als früher: "Das Maßlose ist weg."

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Aber auch ganz praktisch kann man bei den Selbstversorgern etwas lernen - zum Beispiel Brot backen. Dazu braucht man

Für den Vorteig:
 500 g Weizenvollkornmehl
 300 ml lauwarmes Wasser
 75 g Sauerteigansatz  

Für den Hauptteig:
 Weitere 500 g Weizenvollkornmehl
 360 ml lauwarmes Wasser
 3 TL Salz
 1 Würfel frische Hefe

und am besten nur eine Hand zum Teig kneten ...

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"Der klebt wie Hulle"

Als erfahrener Bäcker weiß Martin Schreder: Man sollte immer noch mit einer Hand den Teig kneten, die andere möglichst teigfrei halten. Denn sonst wird man die klebrige Masse nur schwer wieder los...

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Für den Vorteig Mehl, Wasser und Sauerteigansatz gut vermischen und 12 Stunden abgedeckt stehen lassen. Anschließend die restlichen Zutaten hinzufügen und zu einem Teig verkneten – eine weitere Stunde gehen lassen.

Den Teig erneut kneten und 75 g des Teigs wieder abnehmen – den kann man als neuen Sauerteigansatz nutzen. 
Zwei Laibe formen und in Gärkörbe (oder schon auf Backbleche) setzen – weitere 30 Minuten gehen lassen.

Den Backofen auf 250 C Ober/Unterhitze vorheizen und eine Schüssel mit Wasser in den Ofen stellen.
Brote 10 Minuten bei 250 °C backen, danach den Ofen auf 200 °C herunterdrehen und die Brote weitere 35-40 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und noch heiß mit etwas Wasser einpinseln, damit eine schöne Kruste entsteht.

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"Wenn es hohl klingt, ist er fertig"

Martin Schreder verrät auch noch, woran man ein fertiges Brot erkennt: Klopft man auf die Unterseite, sollte ein hohles Geräusch zu hören sein.

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Christiane Schreder ist derweil in ihrem Hexenhäuschen aktiv - und verrät, wie man aus Milch und Öl eine natürliche Gesichtscreme herstellt. 

Zutaten:
50 ml Vollmilch
ca. 50 ml Öl (Rapsöl oder Olivenöl – Achtung, letzteres hat einen starken Eigengeruch)
ein paar Tropfen naturreines ätherisches Öl

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"Durch Aufschlagen emulgieren"

Die Zutaten für die Creme sind denkbar einfach: Mit einem Pürierstab werden Milch und Öl zusammengebracht, durch Aufschlagen emulgiert, bis eine cremige Masse entsteht.

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Für die Gesichtscreme benötigt man ein höheres Gefäß und einen Pürierstab.

50 ml Vollmilch gibt man ins Gefäß und mixt mit dem Pürierstab auf höchster Stufe. Jetzt lässt man langsam Öl in die Milch laufen.

Das Verhältnis sollte etwa 1:1 sein, also 50 ml Milch und 50 ml Öl – ähnlich wie bei Mayonnaise schwankt dieses Verhältnis aber, man sollte deshalb nur so viel Öl zugeben, bis die Milch eine cremige Konsistenz annimmt.    

Zum Schluss kann noch naturreines ätherisches Öl zugegeben werden - hier sollten 8-10 Tropfen reichen.

Die Creme hält sich im Kühlschrank einige Tage und ist bei Bedarf schnell neu gemacht.

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Übersicht

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Kapitel 1 Die Farmer

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Kapitel 2 Die Farm

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Kapitel 3 Anleitung zum Brot backen

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Kapitel 4 Anleitung zum Creme herstellen

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Kapitel 5 Farmbesuch

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