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Paradise Papers

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Glencore ist einer der unbekanntesten Großkonzerne der Erde. Und nach Umsatz eines der größten Rohstoffunternehmen der Welt.

Zum Vergleich:

Glencore ist etwa so umsatzstark wie die Daimler AG. Nur Volkswagen, der größte Autohersteller der Welt, kann als einziges deutsches Unternehmen Glencore übertreffen.





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Was Glencore verkauft, braucht jede Industrie, jedes Land und jeder Mensch der Erde: Kupfer und Kobalt. Wichtig unter anderem für Batterien und Akkus in Mobiltelefonen.

Die Firma Glencore hat ihren Sitz in Baar im Schweizer Kanton Zug. Unscheinbar von außen. Die fünf Top-Manager des Rohstoffkonzerns zählen zu den reichsten Männern der Schweiz.

Arm blieben dagegen viele Regionen, in denen Glencore Geschäfte macht. Zum Beispiel in Afrika.








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„Glencore ist eine Handelsfirma, sie wollen Gewinne machen, sie wollen schnelle Gewinne machen.“

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Der Abbau von Rohstoffen kann immer auch
Folgen für Menschen und Umwelt haben.

Verschiedene NGOs haben in der Vergangenheit Glencore Verstöße vorgeworfen:


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Ungereinigtes Abwasser aus der Minenanlage soll den Fluss Luilu verschmutzt haben. Die Grenzwerte für Kupfer und Kobalt sollen über den gesetzlichen Grenzwerten gelegen haben, sagt die NGO
"Brot für alle".


Glencore bestreitet das und verweist auf eigene Proben sowie auf umfangreiche Vorkehrungen, durch die das Wasser gereinigt werde.







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Eine Politikerin stirbt in der Nähe der Mine. Laut Obduktionsbericht wegen des Einatmens von „toxischen Gasen“.

Wie das Schweizer Fernsehen berichtet hat, stellte der „High Court“ von Sambia im Juni 2016 fest, dass Glencore seine Fürsorgepflicht gegenüber der Politikerin verletzt habe.

Glencore sagt dazu, das Gericht habe die vom Unternehmen eingereichte Stellungnahme zu diesem Fall ignoriert. Der Konzern hat daher Einspruch gegen das Urteil eingelegt.




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"Was mich wirklich empört hat, sind diese absolut getrennten Welten. Obwohl die Menschen nur einen Steinwurf von der Mine entfernt leben - natürlich getrennt durch einen großen Zaun - sieht man dort, wo die Menschen leben, absolut nichts vom Reichtum der Mine.

Dort haben wir aufbrechende Abwasserleitungen, Abwasser, das zwischen Häusern durchfließt, Häuser, die zerfallen, Straßenbelag, der auseinanderfällt, Unrat, Staub."

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Die Firma verweist auf ihre Investitionen in Ländern wie den Kongo.

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"Glencore hat bis zu 5 Milliarden Dollar in die Katanga und Mutanda Minenanlagen investiert.

Dabei hat unser Unternehmen bisher beispiellose Beschäftigungschancen für die kongolesische Bevölkerung in der Region geschaffen.
"

Quelle: Glencore Firmenvideo

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In den vergangenen Jahren hat der kongolesische Staat Minen und Minenanteile im Wert von Milliarden von Dollar verkauft.

Das „Africa Progress Panel“, ein renommierter Think Tank, hat fünf dieser Deals untersucht. Abgeschlossen zwischen 2010 und 2012.









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Die Experten sagen: Jedes Mal habe der Kongo seine Minen unter Preis verkauft.

Nach der Studie beläuft sich der Gesamtverlust für den Kongo allein bei diesen fünf Geschäften auf
1,36 Milliarden Dollar.





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"Diese 1,3 Milliarden, das ist das Doppelte der Budgets für Bildung und Gesundheit zusammengenommen im Kongo. Und das in einem Land, in dem 17 Prozent der Babys sterben, bevor sie fünf Jahre alt sind."

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"Es ist eine absolute Absurdität, dass auf dieser Welt Menschen wirklich wörtlich auf dem Reichtum sitzen, der Reichtum aber rausgeholt wird und bei ihnen überhaupt nichts davon landet."

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Es gibt auch Kritiker dieser Studie. Glencore möchte den Bericht des „Africa Progress Panel“
nicht kommentieren.


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Marc Rich. Rohstoffhändler, Milliardär. Handelt mit Bodenschätzen aller Art.

Er gründete die „Mark Rich & Co. AG“, aus der später der Glencore Konzern entstand.


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"Marc Rich hat alle Rohstoffe, die es auf der Erde gibt, gekauft und verkauft. Er hat mit dem gesamten Periodensystem der Elemente gehandelt - Rohstoffe, die für unser tagtägliches Leben gebraucht werden.

Und das ist es, was viele Menschen in Bezug auf Marc Rich vergessen: Er konnte nicht nur Märkte bewegen. Er konnte auch Märkte erschaffen und sie dann wieder zerstören."


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Anfang der 80er Jahre soll Marc Rich illegale Geschäfte mit Öl gemacht haben.

Die US-Justizbehörden ermitteln gegen ihn wegen Handels mit dem Feind, da er das US-Wirtschaftsembargo gegen den Iran unterlaufen haben soll. Und wegen Steuerbetrugs.


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"Es war der größte Steuerbetrug in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Zu seiner Zeit war es der größte Fall von Finanzbetrug, der jemals verfolgt wurde."

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Marc Rich flieht in die Schweiz. Sein Imperium
steuert er aus der Stadt Zug - Firmensitz der
„Marc Rich & Co. AG".

Hier bleibt der von der US-Justiz Gesuchte
ungestört. Denn die Schweiz weigert sich,
ihn in die USA auszuliefern.



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15 Jahre lang jagen die US-Ermittler Marc Rich - bis zum 20. Januar 2001. Der letzte Arbeitstag von US-Präsident Bill Clinton.

Marc Rich wird begnadigt. Er ist ein freier Mann.
Ein Sturm der Entrüstung bricht los.

Clinton gerät unter Druck.



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"Das war keine politische Entscheidung. Wäre es eine, hätte ich anders entschieden. Das wäre einfach gewesen. Wenn man in Amerika keinen Ärger will, muss man einfach nur 'Nein' sagen.

So wie ihr immer berichtet, bekommt man keinen Ärger, wenn man 'Nein' sagt. Ich habe getan, was ich für richtig gehalten habe."

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"Wenn es eine Top 5 der umstrittenen Begnadigungen gäbe, stünde diese ganz oben. Es ist wahrscheinlich die umstrittenste Begnadigung überhaupt."

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Glencore ist eine der größten Firmen der Welt und seine Manager gehören zu den reichsten Männern der Schweiz.

Zum Beispiel Ivan Glasenberg. Der Vorstandschef von Glencore ist Milliardär. 2011 geht Glencore an die Börse. Glasenberg verdient dabei so viel Geld, dass er eine Rekordsumme an Einkommenssteuer zahlen muss. Nämlich 360 Millionen Schweizer Franken, das waren über 290 Millionen Euro – nur an Einkommenssteuer.

Sein Heimatort Rüschlikon ist an Reichtum gewöhnt. Aber nicht an solche Summen.







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"Einen solchen Betrag, der so viele, mit so vielen Nullen hat gar keinen Platz auf dem Einzahlungs-
schein, so dass es so ein, fast ein Witz daraus wurde."

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Mit dem unverhofften Steuersegen sollen die ohnehin schon niedrigen Steuern für Bürger in Rüschlikon nochmals gesenkt werden.

Doch Peter Cadisch und andere Gemeindemitglieder bekommen Skrupel.

Sie haben von angeblichen Nachteilen für die Menschen in den Abbauländern und von Vorwürfen wegen Umweltzerstörung gehört . Vorwürfe, die Glencore regelmäßig bestreitet.





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Gemeinsam mit anderen schmiedet Peter Cadisch einen Plan:

Sie wollen einen Teil der Steuermillionen den Menschen in den Abbaugebieten spenden. Auf einer Bürgerversammlung wird über den Plan abgestimmt.

Ergebnis: Die Mehrheit lehnt die Spende ab.




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Die Paradise Papers, das ist ein gigantischer Datensatz:

Millionen interner Verträge, Akten und Dokumente wurden der Süddeutschen Zeitung zugespielt. Reporter aus aller Welt, unter anderem von WDR, NDR und SZ, haben sie zusammen mit dem Internationalen Consortium  für Investigative Journalisten (ICIJ) ausgewertet.

Sie enthüllen milliardenschwere Geschäfte, die eigentlich geheim bleiben sollten.

Und sie erzählen von den Geschäften großer Rohstoffkonzerne. Konzerne wie Glencore.








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Eine chemische Flüssigkeit entweicht aus einer Pipeline auf dem Minengelände.

Nach Recherchen eines Französischen Fernsehsenders sollen Fotos von Zeugen danach tote Fische im betroffenen Bereich zeigen.

Glencore bestätigt den Unfall, spricht aber von einem kleinen Leck. Die Fotos kenne das Unternehmen nicht und gebe daher dazu keine Stellungnahme ab.

Laut Glencore würde das unternehmenseigene Wasserüberwachungssystem zeigen, dass es keine Auswirkungen auf Flüsse gegeben habe.




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