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Völlig losgelöst

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Bis 2014 hörte dieser A310 auf den Namen Konrad Adenauer und brachte seit Anfang der 1990er-Jahre deutsche Regierungsmitglieder sicher an ihr Ziel. Jetzt fliegt er als ZERO-G  im Dienste der Wissenschaft. In tollkühn anmutenden Manövern fliegen die Piloten parabelförmige Kurven und erzeugen so Schwerelosigkeit im Innern des Fliegers. Für Menschen ist das die einzige Möglichkeit auf der Erde, Schwerelosigkeit selbst zu erleben.

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Alexander Gerst

hebt die Bedeutung von Parabelflügen hervor.

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Ulrike Friedrich vom DLR

erzählt, dass auch das Rheinland in der Geschichte der Parabelflüge eine Rolle spielt.

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1950 legten deutsche Wissenschaftler die Grundlagen. Zumindest theoretisch weiß man seitdem, was Parabelflüge leisten können. Doch erst seit Beginn der 1980er-Jahre werden die Schwerelosigkeitsflüge für wissenschaftliche Versuche genutzt.

Damit haben sich die Möglichkeiten für die Wissenschaft massiv verbessert. Zwar kann man auch anders unter schwerelosen Bedingungen experimentieren, etwa im Bremer Fallturm.

Doch solche Alternativen sind nur für unbemannte Missionen geeignet. Will man Versuche mit Menschen durchführen oder soll der Wissenschaftler selbst während des Versuches eingreifen können, sind die Parabelflüge die einzige Möglichkeit auf unserem Planeten. Darüber hinaus gibt es dann nur noch bedeutend kostspieligere Aufenthalte auf den beiden Raumstationen ISS oder Shenzhou.

1999 hat sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) dazu entschlossen, ein bis zweimal jährlich eigene Kampagnen zu fliegen. Erfahrung ist also reichlich vorhanden. Neu ist allerdings das Flugzeug.

Seit 2015 hebt ein ganz besonderer Flieger von Bordeaux aus zu den Parabelflügen ab. Der A310 hieß in seinem früheren Leben „Konrad Adenauer“ und brachte Bundeskanzler und andere Regierungsmitglieder sicher an ihr Ziel. Nun heißt er ZERO-G und soll noch für viele Jahre der Wissenschaft dienen.

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07:46 Uhr
Bordeaux, Frankreich

Die Firma Novespace ist der einzige Anbieter für Parabelflüge in Europa. In Südfrankreich starten nahezu alle Schwerelosigkeits-Kampagnen.
Ein bis zweimal im Jahr organisiert Novespace eine solche zweiwöchige Kampagne auch für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Andere Kunden sind die französische Weltraumagentur CNES oder die Europäische Variante, die ESA.

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Das Kribbeln beginnt

Vor dem Flug erzählen Judith Bleuel, Maike Sauer und Ilka Staub, wie sie vor ihrem großen Abenteuer geschlafen haben.

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Stephane Besnard

Der Arzt weiß, wie man sich am besten auf Parabelflüge vorbereitet.

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Wozu der Aufwand?

Stefan Schneider von der Deutschen Sporthochschule in Köln erklärt sein diesjähriges Experiment.

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So geht Schwerelosigkeit

Ulrike Friedrich (DLR) erklärt das Parabelmanöver.

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Bei den zurückliegenden 27 DLR-Kampagnen sind etwa 3.000 Wissenschaftler, Probanden, Journalisten, Politiker und Künstler mitgeflogen. Weltweit, so schätzt man beim DLR, ist immerhin eine fünfstellige Anzahl an Menschen in den Genuss der Schwerelosigkeitsflüge gekommen. Dabei ist es gar nicht so schwer, Teil einer DLR-Kampagne zu werden. Zumindest für Wissenschaftler ...

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Der Weg in die Schwerelosigkeit

Ulrike Friedrich erklärt, dass eine Bewerbung von neuen Wissenschaftlern durchaus gute Erfolgschancen hat.

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Stéphane Pichené

ist seit fast zehn Jahren Parabelpilot.

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PSSSST ...
Im Cockpit herrscht absolutes Sprechverbot. Die drei Piloten konzentrieren sich auf ihre Aufgaben und arbeiten dabei wie Zahnräder ineinander.

So ist ein Pilot nur für die Steuerung der Längsachse, ein anderer für die Quersteuerung verantwortlich. Der dritte Pilot regelt den Schub der Turbine. Dabei versucht die Crew immer im Millimeterbereich sauber zu arbeiten, um ein entsprechend flüssiges Manöver zu fliegen.

Nach einer Testparabel haben die drei dann 30 Mal immer das eine Ziel vor Augen: die nahezu perfekte Parabel zu fliegen.

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Goldene Toiletten, Sofas und Schlafzimmer - Vom Luxus der alten Regierungsmaschine ist nichts geblieben. Spartanisch bescheiden sieht es heute im Inneren der ZERO-G aus. Besonders die fehlende Toilette bereitet den einen oder anderen Gast im Vorhinein Kopfschmerzen. Für den Notfall werden aber Plastikflaschen ausgegeben.

50 Sitzplätze im Heck des Fliegers sind für die Start- und Landephase geblieben. Ansonsten wurde die Maschine komplett leergeräumt und mit Matten ausgelegt. Über Schienensysteme können die Experimente fixiert werden. 100 qm stehen den Wissenschaftlern dabei zur Verfügung.

Technisch ist der A310 ein ganz normales Flugzeug. Lediglich im Cockpit wurden ein paar Kleinigkeiten angepasst, damit die Piloten auch im schwerelosen Zustand alles leicht erreichen können und jederzeit wissen, in welcher Phase sie sich gerade genau befinden.

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Heute startet der A310 von Bordeaux aus in Richtung Nord-Ost, um anschließend an der französichen Küste entlang bis zum Ärmelkanal zu fliegen. Nach einer Testparabel folgen sechs Serien mit je fünf Parabeln, bis die ZERO-G dann nach etwa drei Stunden wieder sicher in Bordeaux landet.

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Noch auf dem Boden erwartet die Wissenschaftler ein vertrautes Bild. Wie vor jedem normalen Flug auch, weißt die Sicherheitsmannschaft die Passagiere ein, erklärt die Sauerstoffmasken und die Schwimmwesten.

Einen Unterschied gibt es dann aber doch. Die Rauchhaube soll zum Einsatz kommen, wenn eines der Experimente Feuer fängt und so die Gefahr von Rauchvergiftungen besteht.

Während des Fluges kümmern sich die vier Sicherheitskräfte in ihren orangenen Overalls dann um einen reibungslosen Ablauf der Experimente und achten penibel darauf, dass sich alle an die Regeln halten, auch damit sich niemand verletzt.
Gerade der Übergang von der Schwerelosigkeit in die zweite 2-G-Phase, bei der das doppelte Körpergewicht auf einem lastet, kann schnell unterschätzt werden. Passt man hier nicht auf, kann eine sehr unsanfte Landung die Folge sein. Die erfahrene Crew ist aber in der Regel sofort zur Stelle.

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Radikal-Diät

In der ersten Phase einer Parabel spüren die Flugzeuginsassen fast die doppelte Erdanziehungskraft und so das doppelte Körpergewicht. Bewegung fällt in dieser Phase sehr schwer, Kopfschütteln kann schnell zur Übelkeit führen. Dann folgt die erlösende Schwerelosigkeit, bevor es wieder in die 2G-Phase geht.

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Gefühl der Freiheit

Was Maike Sauer, Alina Jürgens und Ilka Staub bei den ersten Parabeln durch den Kopf geht, verraten sie uns - währenddessen.

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Alexander Gerst

Das Urteil des Profis

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Forschung unter ENTschwerten Bedingungen

Wie bedient man einen Lichtschalter richtig, wenn das Gefühl für Oben und Unten fehlt?  Michael Kalicinski von der Deutschen Sporthochschule in Köln will das mit diesem Experiment herausfinden. Dafür stürzen sich die Probanden kopfüber in die Wissenschaft. Ganz schön kompliziert, verrät Michael Haeger.

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