Hinweis

Für dieses multimediale Reportage-Format nutzen wir neben Texten und Fotos auch Audios und Videos. Daher sollten die Lautsprecher des Systems eingeschaltet sein.

Mit dem Mausrad oder den Pfeiltasten auf der Tastatur wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Durch Wischen wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Los geht's

Konrad Adenauer

Logo http://reportage.wdr.de/konrad-adenauer

Am 19. April 1967 starb Konrad Adenauer, der erste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. Mit seiner Politik schuf er die Grundlagen unserer Demokratie. Er trat für strikte Westbindung ein und war ein früher Freund der europäischen Idee. Adenauer zeigte seinen Landsleuten, bisweilen in rustikaler Manier, dass Demokratie in diesem Land funktionieren kann.

Zum Anfang
Audio

Historiker Manfred Görtemaker über Adenauers Führungsstil

00:00
/
03:12
Audio jetzt starten

Audio anhören

Den ersten Erfolg seiner politischen Karriere erreicht der Kölner Adenauer, geboren 1876, in seiner Heimatstadt. 1917 wird er dort Oberbürgermeister. Adenauer macht aus Köln das Berlin des Westens: Messe, Ford, Universität.

Nicht Hitler lässt die erste Autobahn bauen, sondern Adenauer ab 1929 - zwischen Köln und Bonn. Die heutige A 555. Doch Adenauer trieb die Stadt auch fast in die Pleite.

Zum Anfang


1933, nach der Machtübernahme, entlassen die Nazis Adenauer als Oberbürgermeister. Noch im Amt hatte er es abgelehnt, Hitler in Köln zu empfangen.

Jetzt hält Adenauer sich von der Politik fern. Auch vom Widerstand gegen Hitler. Er wird mehrmals verhaftet, taucht unter und wechselt seine Aufenthaltsorte.

Unter anderem lebt er ein Jahr lang im Kloster Maria Laach in der Eifel. Dort trifft er seine Familie, hier Tochter Lisbet.

Zum Anfang
Audio

Adenauer nutzt Ludwig Erhards Erfolge für sich: "Wer hat die Menschen vom Schlangestehen erlöst?"

00:00
/
03:12
Audio jetzt starten

Audio anhören


Nach dem Krieg setzt Adenauer sich schnell an die Spitze der CDU. 1948 wird er Präsident des Parlamentarischen Rates.

Parallel bindet er den liberalen Wirtschaftspolitiker Ludwig Erhard an seine Partei. Der sorgt für den Wirtschaftsaufschwung. Adenauer nutzt die Erfolge. Die Union gewinnt 1949 die ersten Bundestagswahlen.

Zum Anfang
Audio

Historiker Manfred Görtemaker über Adenauers Integration von Kriegsflüchtlingen: "Deutlich, was hier für eine Leistung erbracht worden ist"

00:00
/
03:12
Audio jetzt starten

Audio anhören




15. September 1949: Adenauer wird erster Kanzler der BRD. Taten folgen: Mit dem Schumann-Plan schafft er die Annäherung an Frankreich. Mit Israel schließt er ein Wiedergutmachungs-Abkommen. Und ihm gelingt die Eingliederung von bis zu 14 Millionen Flüchtlingen.

Zum Anfang
Audio

Historiker Daniel Koerfer über Adenauers Reaktion auf den Tod seiner Ehefrau Gussie

00:00
/
03:12
Audio jetzt starten

Audio anhören



Adenauer, ein gläubiger Katholik, hatte sieben Kinder. Seine zweite Ehefrau Gussie fand einen tragischen Tod. Kurz vor Kriegsende wurde sie von der Gestapo verhaftet. Denn Adenauer war untergetaucht.

Unter massivem Druck verriet Gussie Adenauer das Versteck ihres Mannes – und nahm Schlaftabletten. Wahrscheinlich an den Spätfolgen des Suizidversuches starb sie 1948.

Zum Anfang
Audio

Historiker Manfred Görtemaker: "Adenauer nutzt die alten Funktionseliten"

00:00
/
03:12
Audio jetzt starten

Audio anhören




Den Rechtsaußen-Parteien gräbt Adenauer das Wasser ab, indem er Millionen alter Nazis wieder in Amt und Würden bringt. Das galt und gilt vielen als Schwammdrüber-Politik.

Zum Anfang
Audio

Historiker Daniel Koerfer über Adenauers Verhältnis zum Geld

00:00
/
03:12
Audio jetzt starten

Audio anhören



Seit seiner ausgabenreichen Zeit als Kölner Oberbürgermeister sehen viele ihn so. Und privat? "Er konnte nicht mit Geld umgehen", sagt der Historiker Daniel Koerfer.


Aber auch das einfache Boccia liebt Adenauer. In seinem Urlaubsort Cadenabbia am Comer See und zu Hause in Rhöndorf bei Bonn spielt er es oft.

Zum Anfang
Audio

Adenauer-Rede: "Zwischen Deutschland und Frankreich alle psychologischen Hemmnisse beseitigen"

00:00
/
03:12
Audio jetzt starten

Audio anhören


Konsequente Westbindung, das ist für Adenauer der Weg, um in Europa glaubwürdig zu werden. Er verzichtet erstmals auf jede deutsche Sonderrolle in der Welt. Keine Schaukelpolitik mehr, sondern Aussöhnung und Freundschaft mit Frankreich.

Das Gespann Adenauer - de Gaulle machte beides fühlbar.

Zum Anfang
Audio

Adenauer sagt, dass er "die Schwächen der Menschen als Kalkül bei allen Überlegungen einschaltet".

00:00
/
03:12
Audio jetzt starten

Audio anhören









Adenauer war Vollblutpolitiker. Der Alte, wie er später genannt wurde, war mit allen Wassern gewaschen. Ein Fuchs. Er nahm, was er kriegen konnte - manche sahen ihn als Menschenverächter. Er war aber auch absolut zuverlässig.

Zum Anfang
Audio

Adenauer-Rede zur Wiederbewaffnung: "Dass ich wie nur irgendeiner hier ein Gegner des Krieges bin"

00:00
/
03:12
Audio jetzt starten

Audio anhören

Adenauer gelingt es, Deutschland zu einem souveränen Staat innnerhalb der westlichen Wertegemeinschaft zu machen. Der Preis dafür heißt: Wiederbewaffnung.

Die war politisch und gesellschaftlich umstritten - Proteste inklusive. Am Ende ist Deutschland mit einer halben Million Soldaten Teil der NATO.

Zum Anfang
Audio

Historiker Daniel Koerfer berichtet von Adenauers "kalten" Sätzen über Ludwig Erhard

00:00
/
03:12
Audio jetzt starten

Audio anhören


Adenauers Kanzlerschaft endet 1963. Und einer wartet schon auf das Amt: Ludwig Erhard. Den hält Adenauer als Kanzler für unfähig - und versucht, ihn zu verhindern, sagt der Historiker Daniel Koerfer.

Das gelingt erst 1966. Zunächst löst Erhard den Alten ab. Erhard stürzt aber schon drei Jahre danach. Adenauer kann abschließen.

Zum Anfang



Am 25. April 1967 wird ein großer Deutscher betrauert. Konrad Adenauer hat die Grundlagen eines demokratischen Deutschlands geschaffen.

Er hinterlässt Baustellen: eine verknöcherte Gesellschaftspolitik, die fehlende Gleichberechtigung der Frau, das eisige Verhältnis zum Ostblock.

Doch all das können andere nach ihm nur angehen, weil Adenauer zuvor 20 Jahre lang das Feld der Demokratie bestellt hat.

Zum Anfang
Zum Anfang
Scrollen, um weiterzulesen
Wischen, um Text einzublenden