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Konrad Adenauer

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Am 19. April 1967 starb Konrad Adenauer, der erste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. Mit seiner Politik schuf er die Grundlagen unserer Demokratie. Er trat für strikte Westbindung ein und war ein früher Freund der europäischen Idee. Adenauer zeigte seinen Landsleuten, bisweilen in rustikaler Manier, dass Demokratie in diesem Land funktionieren kann.

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Historiker Manfred Görtemaker über Adenauers Führungsstil

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Den ersten Erfolg seiner politischen Karriere erreicht der Kölner Adenauer, geboren 1876, in seiner Heimatstadt. 1917 wird er dort Oberbürgermeister. Adenauer macht aus Köln das Berlin des Westens: Messe, Ford, Universität.

Nicht Hitler lässt die erste Autobahn bauen, sondern Adenauer ab 1929 - zwischen Köln und Bonn. Die heutige A 555. Doch Adenauer trieb die Stadt auch fast in die Pleite.

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1933, nach der Machtübernahme, entlassen die Nazis Adenauer als Oberbürgermeister. Noch im Amt hatte er es abgelehnt, Hitler in Köln zu empfangen.

Jetzt hält Adenauer sich von der Politik fern. Auch vom Widerstand gegen Hitler. Er wird mehrmals verhaftet, taucht unter und wechselt seine Aufenthaltsorte.

Unter anderem lebt er ein Jahr lang im Kloster Maria Laach in der Eifel. Dort trifft er seine Familie, hier Tochter Lisbet.

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Adenauer nutzt Ludwig Erhards Erfolge für sich: "Wer hat die Menschen vom Schlangestehen erlöst?"

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Nach dem Krieg setzt Adenauer sich schnell an die Spitze der CDU. 1948 wird er Präsident des Parlamentarischen Rates.

Parallel bindet er den liberalen Wirtschaftspolitiker Ludwig Erhard an seine Partei. Der sorgt für den Wirtschaftsaufschwung. Adenauer nutzt die Erfolge. Die Union gewinnt 1949 die ersten Bundestagswahlen.

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Historiker Manfred Görtemaker über Adenauers Integration von Kriegsflüchtlingen: "Deutlich, was hier für eine Leistung erbracht worden ist"

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15. September 1949: Adenauer wird erster Kanzler der BRD. Taten folgen: Mit dem Schumann-Plan schafft er die Annäherung an Frankreich. Mit Israel schließt er ein Wiedergutmachungs-Abkommen. Und ihm gelingt die Eingliederung von bis zu 14 Millionen Flüchtlingen.

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Historiker Daniel Koerfer über Adenauers Reaktion auf den Tod seiner Ehefrau Gussie

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Adenauer, ein gläubiger Katholik, hatte sieben Kinder. Seine zweite Ehefrau Gussie fand einen tragischen Tod. Kurz vor Kriegsende wurde sie von der Gestapo verhaftet. Denn Adenauer war untergetaucht.

Unter massivem Druck verriet Gussie Adenauer das Versteck ihres Mannes – und nahm Schlaftabletten. Wahrscheinlich an den Spätfolgen des Suizidversuches starb sie 1948.

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Historiker Manfred Görtemaker: "Adenauer nutzt die alten Funktionseliten"

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Den Rechtsaußen-Parteien gräbt Adenauer das Wasser ab, indem er Millionen alter Nazis wieder in Amt und Würden bringt. Das galt und gilt vielen als Schwammdrüber-Politik.

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Historiker Daniel Koerfer über Adenauers Verhältnis zum Geld

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Seit seiner ausgabenreichen Zeit als Kölner Oberbürgermeister sehen viele ihn so. Und privat? "Er konnte nicht mit Geld umgehen", sagt der Historiker Daniel Koerfer.


Aber auch das einfache Boccia liebt Adenauer. In seinem Urlaubsort Cadenabbia am Comer See und zu Hause in Rhöndorf bei Bonn spielt er es oft.

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Adenauer-Rede: "Zwischen Deutschland und Frankreich alle psychologischen Hemmnisse beseitigen"

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Konsequente Westbindung, das ist für Adenauer der Weg, um in Europa glaubwürdig zu werden. Er verzichtet erstmals auf jede deutsche Sonderrolle in der Welt. Keine Schaukelpolitik mehr, sondern Aussöhnung und Freundschaft mit Frankreich.

Das Gespann Adenauer - de Gaulle machte beides fühlbar.

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Adenauer sagt, dass er "die Schwächen der Menschen als Kalkül bei allen Überlegungen einschaltet".

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Adenauer war Vollblutpolitiker. Der Alte, wie er später genannt wurde, war mit allen Wassern gewaschen. Ein Fuchs. Er nahm, was er kriegen konnte - manche sahen ihn als Menschenverächter. Er war aber auch absolut zuverlässig.

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Adenauer-Rede zur Wiederbewaffnung: "Dass ich wie nur irgendeiner hier ein Gegner des Krieges bin"

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Adenauer gelingt es, Deutschland zu einem souveränen Staat innnerhalb der westlichen Wertegemeinschaft zu machen. Der Preis dafür heißt: Wiederbewaffnung.

Die war politisch und gesellschaftlich umstritten - Proteste inklusive. Am Ende ist Deutschland mit einer halben Million Soldaten Teil der NATO.

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Historiker Daniel Koerfer berichtet von Adenauers "kalten" Sätzen über Ludwig Erhard

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Adenauers Kanzlerschaft endet 1963. Und einer wartet schon auf das Amt: Ludwig Erhard. Den hält Adenauer als Kanzler für unfähig - und versucht, ihn zu verhindern, sagt der Historiker Daniel Koerfer.

Das gelingt erst 1966. Zunächst löst Erhard den Alten ab. Erhard stürzt aber schon drei Jahre danach. Adenauer kann abschließen.

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Am 25. April 1967 wird ein großer Deutscher betrauert. Konrad Adenauer hat die Grundlagen eines demokratischen Deutschlands geschaffen.

Er hinterlässt Baustellen: eine verknöcherte Gesellschaftspolitik, die fehlende Gleichberechtigung der Frau, das eisige Verhältnis zum Ostblock.

Doch all das können andere nach ihm nur angehen, weil Adenauer zuvor 20 Jahre lang das Feld der Demokratie bestellt hat.

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