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Los geht's

Jacques Tilly - Baumeister der Jecken

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Er hat Angela Merkel ausgezogen und Adolf Hitler die Hose heruntergelassen: Jacques Tilly baut seit 30 Jahren Wagen für den Rosenmontagszug in Düsseldorf. Ironisch und bissig nimmt er dabei mit Maschendraht und Farbe Politiker und Prominente aufs Korn - internationale Schlagzeilen und Skandale inklusive. Ein Werkstattbesuch, von Jürgen Bröker.

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Jacques Tilly

Der Baumeister stellt sich vor.

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Kaum ein Politiker oder Prominenter ist vor Tilly sicher. Einzige Voraussetzung: ein gewisser Bekanntheitsgrad. Politiker aus der zweiten Reihe zu verhohnepiepen mache keinen Sinn, sagt Tilly. Wozu auch, wenn die erste Garde genügend Vorlagen liefert. Tilly verwandelt diese Vorlagen mit seinen Mitarbeitern dann zu aufsehenerregenden Wagen. Bilder davon schafften es sogar schon in die Kölner und die internationale Presse. Darauf sind die Düsseldorfer Karnevalisten stolz.



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"Stolz drupp!"

Der Zugleiter des Düsseldorfer Rosenmontagszugs, Hermann Schmitz, freut sich darüber, dass Tillys Wagen weltweit für Schlagzeilen sorgen.


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"Ich habe Narrenfreiheit"

Tilly liebt seinen Job - vor allem, weil er fast immer tun und lassen kann, was er will.

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"NPD aus dem Hinterteil"

Über viele Jahre hat Manni Breuckmann den Rosenmontagszug in Düsseldorf für den WDR kommentiert. In Sachen Tilly ist er quasi Experte. Hunderte seiner Wagen hat Breuckmann an sich vorbeiziehen sehen. Einige blieben besonders im Gedächtnis. 

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Mottowagen statt Straßenbahnen: Gebastelt wird an den kontroversen Motiven hinter den Toren eines alten Straßenbahn- und Busdepots im Düsseldorfer Süden. Hier haben die jecken Baumeister ausreichend Platz sich auszutoben. Hinter den großen Toren entstehen auch die ersten Ideen für die politischen Wagen ...

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Alles beginnt mit einer Idee

Für Jacques Tilly ist die Ideenfindung die schwierigste Phase im kreativen Prozess des Wagenbaus.

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Spitze Feder, schneller Pinsel: Die Düsseldorfer Jecken legen wert auf Aktualität. Manch ein politischer Mottowagen hat die Halle schon verlassen, noch ehe die Farbe getrocknet war. 

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"Kein kalter Kaffee"

Tilly und sein Team fangen auch die letzten politischen Ereignis satirisch ein. 

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"Wunderbare Kooperation"

In 30 Jahren Wagenbau hat sich die Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Narren deutlich verbessert. 

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Hämmern, Drahten, Pinseln, Sprühen: Ob aus dem Papierkorb oder nicht - für die Umsetzung seiner Ideen benötigt Tilly viele Arbeitsschritte. Und ein großes Team. Bevor das allerdings loslegen kann, muss Tilly genaue Zeichnungen anfertigen.



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"Kein Michelangelo"

Eine maßstabsgetreue Zeichnung ist für Wagenbauer wichtigste Voraussetzung.

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Seine Figuren enstehen in Leichtbauweise, sagt Tilly. Leichtbau, weil die Materialien wenig wiegen, vor allem Dachlatten und Maschendraht von der Rolle. Leichtbau aber auch, weil der Figurenbau leicht zu erlernen ist. Allerdings kann man in dieser Lernphase auch schon mal verzweifeln. Denn manchmal will sich der Draht nicht so verbiegen lassen, wie es der Drahter gerne hätte ...

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"Das Material hat seine Tücken"

Drahten will gelernt sein. Tilly zeigt wie es geht.

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Steht das Grundgerüst, macht sich die "Kaschiersau" an die Arbeit. In Tillys Team ist das Laura Fee Thorenz. Sie hat ein Händchen für die dünnen Papierfetzen. Finger und Klamotten sind danach komplett eingesudelt - eine echte Sauerei.

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"Dünne Schicht"

Laura Fee Thorenz ist die "Kaschiersau". Sie erklärt, wie das Papier auf den Draht kommt. 

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"Regen macht uns nichts aus"

Sobald das Papier trocken ist, kann es bemalt oder besprüht werden. 

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Eigentlich macht Jacques Tilly aus seinem Handwerk kein Geheimnis. In speziellen Kursen zeigt er, wie aus Maschendraht ein Gesicht entsteht und andere Kniffe des Wagenbaus. In einer ganz bestimmten Sache ist er aber ein "Geheimniskrämer". Muss er auch sein ...



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Die Mottowagen bleiben
dem breiten Publikum bis
Rosenmontag verborgen.
Ein Schild warnt "Unbefuchte"
davor, den verbotenen Bereich
zu betreten. Eingeweiht sind
nur einige Mitglieder des
Karnevalskomitees und Tillys
Mitarbeiter. Die sind aber 
zur Verschwiegenheit 
verpflichtet.
 

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"Schweigen ist Pflicht"

Die Geheimhaltung ist nicht so leicht. Manchmal dringt vor Rosenmontag etwas nach draußen.

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Auf die Wirkung kommt es an: Über viele Wochen haben Tilly und sein Team an den Wagen gehämmert, kaschiert und gemalt. Die Präsentation im Rosenmontagszug dauert dagegen nur wenige Stunden. Schon am Veilchendienstag vernichtet ein großer Schredder die Figuren. Zurück bleiben einfache Bauernanhänger, die schon bald wieder Mais oder Stroh statt des närrischen Volks transportieren. Logisch, dass der Rosenmontag deswegen für Jacques Tilly der spannendste Tag im Jahr ist.

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Spaß an Überraschungen

Svenja Heweling ist als Bildhauerin seit einigen Jahren in Tillys Team. Ein Geheimnis für sich zu behalten, ist für sie kein Problem.

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Arbeit für den Applaus

Am Rosenmontag muss alles sitzen. Dann entscheidet sich, wie Tillys Wagen ankommen.

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Montag, 3. März, kurz nach 10 Uhr. Das Geheimnis ist gelüftet: Mit einem zynischen Obama, einer erdrückend großen Merkel und einer Bruchlandung des gelben Engels beweist Tilly auch 2014, dass er sich mehr traut als die Kollegen aus den anderen Karnevalshochburgen.

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Übersicht

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Kapitel 1 Baumeister der Jecken

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Kapitel 2 Das Prinzip "Tilly"

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Kapitel 3 Es beginnt mit der Idee

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Kapitel 4 Wie die Jecken arbeiten

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Kapitel 5 Streng geheim

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Kapitel 6 Wenige Stunden Ruhm

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