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Hundeerziehung - Brauchen Hunde Aggression?

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Wie viel Gewalt verträgt ein Hund? Ist ein gewisses Maß an Aggression in der Hundeerziehung vielleicht sogar hilfreich? Ein Thema das polarisiert. Bei Diskussionen darum wird es schnell emotional. Während sich die einen als Wattebäuschenwerfer oder Gutmenschen beschimpfen lassen müssen, bezeichnen sie die anderen wiederum als Brutalos oder Tierquäler.

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Von der Konditionierung mit dem Klicker bis zum Leitwolf-Prinzip – Eine immer größere Auswahl an Erziehungsmethoden für Hunde verunsichert Hundehalter. Bei den verschiedenen Systemen sind vor allem zwei gegenläufige Trends erkennbar: Während sich die einen zunehmend für einen sanfteren Umgang mit dem Hund einsetzen, fordern andere eine Rückkehr zur Natürlichkeit, wobei der Hund dann auch mal rau angegangen werden darf.



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Das wollen wir von Bestseller-Autor Michael Frey Dodillet wissen, der sich in seinen Büchern mit dem Thema auseinandergesetzt hat.

Dass Schlagen, Treten oder Verletzen in der Hundeerziehung nichts verloren haben, darüber sind sich er und die meisten Hundehalter einig. Doch darüber, wo die Gewalt beginnt, gehen die Meinungen stark auseinander. Können schon das Bedrängen des Hundes, ein lautes Kommando oder ein leichter Klaps dem Hund schaden? Immer mehr Tierschützer sagen: Ja!

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Michael Frey Dodillet

Der Hundebuch-Autor hat mit seinen beiden Hunden Wiki und Luna viele Methoden ausprobiert: von ganz sanft bis hart.

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Der Begriff „Gewalt“ bedeutet die aktive physische und psychische Einwirkung auf ein Lebewesen, bis hin zur Schädigung. Wenn dabei erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden verursacht werden, handelt es sich um einen Verstoß gegen das deutsche Tierschutzgesetz.

Der Begriff „Aggression“ ist laut Tierverhaltensforscherin Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen wertneutral. Verhaltensbiologisch bezeichnet er den Erhalt von Handlungsfreiräumen sowie die Darstellung eines sozialen Status in geschlossenen, hierarchisch strukturierten Gruppen, wie es bei Hunden der Fall ist.








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Zwei Hundetrainer, zwei Meinungen

Gewaltgegnerin Manuela Zaitz hat die Initiative „Trainieren statt dominieren“ gegründet. „Leitwolf“-Trainer Mirko Tomasini ist für sein körpersprachliches Hundetraining bekannt.

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Der Umgang mit dem Hund – ob aggressiv oder sanft – hängt stark von dessen Rolle in der Mensch-Hund-Beziehung ab. Früher dienten Hunde oft nur als Nutztiere, beispielsweise um den Hof zu bewachen oder bei der Jagd, deshalb wurden sie oft abwertiger behandelt. Sie mussten nur funktionieren.

Heute erfüllen die meisten Hunde einen anderen Zweck für ihre Besitzer, was in vielen Fällen zu einer übertriebenen Vermenschlichung führt.

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Michael Frey Dodillet

Der Bestseller-Autor glaubt, dass der Hund viele Rollen für den Mensch erfüllen muss und es deswegen nicht einfach hat.

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Welche Rolle spielt Aggression im natürlichen Umgang der Tiere miteinander? In der Hundeerziehung wird bei Techniken wie Alphawurf, Nackenschüttler und Co. schnell zum Rudelvergleich gegriffen. „Im Rudel sind die ja auch nicht gerade zimperlich“, heißt es dann. Und tatsächlich hat die Beobachtung von Wolfsrudeln gezeigt, dass aggressive Kommunikation zum natürlichen Miteinander gehört und oft dazu dient, Konflikte zu lösen.

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Dr. Frank Wörner

Der Wolfsforscher erklärt, dass Erziehungsmethoden, wie Nackenschüttler, in einem Rudel nicht vorkommen. Aggressives Verhalten diene oft der Kommunikation.

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Zwischen Hund und Wolf liegen Jahrtausende der Domestizierung. Sie haben dazu geführt, dass der Hund einen instinktiven Bezug zum Menschen entwickelt hat. Wissenschaftler fanden sogar heraus, dass sich Hundewelpen eher an einen fremden Menschen als einen fremden Hund wenden. Ein Verhalten, das ein Wolf niemals zeigen würde. Der Vergleich zwischen Hundeerziehung und dem Verhalten im Wolfsrudel hinkt also gewaltig.


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Dr. Frank Wörner

Der Zoologe ist der Meinung, dass sich ein Rudel vom Menschen nicht imitieren lässt. Kommunikation sei nur mit Hilfe von klaren Signalen möglich.

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Vom Vorfahren des Hundes lernen wir: Ein gewisses Maß an Aggression gehört zur Natur des Hundes. Sie dient ihm zur Kommunikation und Konfliktbewältigung und sollte nicht unterdrückt werden. Das Verhalten der Tiere untereinander kann aber vom Menschen nur schwer imitiert werden, da dieser ganz andere Anforderungen an den Hund stellt, als es das Rudel tut.



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Bei der Erziehung des Hundes müssen Aggression und Gewalt als Begriffe  klar voneinander abgegrenzt werden. Während eine aggressive Kommunikation den natürlichen Umgang mit dem Hund unterstützen kann, schadet Gewalt dem Tier immer, entweder psychisch oder physisch. Gewalt kommt oft in Form von Hilfsmitteln zum Einsatz.

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Manuela Zaitz und Mirko Tomasini

Obwohl die beiden Hundetrainer unterschiedliche Ansätze haben, sind sie sich in diesem Fall einig: Hilfsmittel der Gewalt haben in der Hundeerziehung nichts zu suchen.

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Im Jahr 2006 stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass Elektroreizgeräte in der Lage sind, bei Hunden erhebliche Schmerzen und Leiden zu verursachen. Sie verstoßen damit gegen das Tierschutzgesetz. Deshalb wurde die Anwendung der Geräte deutschlandweit verboten. Wer solche Geräte dennoch verwendet, macht sich der Tierquälerei strafbar.

Gerichtsurteil des BVerwG: Verbot des Einsatzes von Elektroreizgeräten zur Hundeausbildung


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Laut Experten ist der Verkauf von Elektroreizgeräten seit dem Verbot nicht zurückgegangen. Offiziell verboten ist nämlich nur die Anwendung, nicht aber der Verkauf. Daher sind Elektroreizgeräte weiterhin frei in Katalogen, bei Jagdausstattern und im Internet erhältlich - ganz legal. Illegal ist nur die Anwendung und die findet heimlich statt. Einige Hersteller bieten sogar spezielle Sichtschutz-Halsbänder an, um die Elektroreizgeräte am Hals des Hundes zu verbergen und fördern damit den illegale Einsatz.

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Hunde brauchen im Alltag klare Grenzen. Unklar ist, wie man diese Grenzen setzt, ohne den Hund zu schädigen. Strafen und die Androhung von Strafen bestimmen bei vielen Hundetrainern die Erziehungsmethoden. Andere Hundetrainer wiederum betonen, auf Strafen völlig zu verzichten, beispielsweise beim Konditionieren (positives Verstärken) mit dem Klicker.



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Bedeutung von Strafe

Hundetrainer Mirko Tomasini sagt, dass Strafen ganz natürlich zum Lernprozess dazu gehören. Manuela Zaitz lehnt Strafen im Alltag mit dem Hund ab.

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Gewalt und Aggression zu definieren ist äußert schwierig, da jeder Mensch bei der Definition eigene Bedürfnisse, Wünsche und sein eigenes Weltbild mit einbringt.

Für jeden Menschen beginnt die Grenze zur nicht mehr akzeptablen Gewalt woanders. Welches ist also das richtige Maß im alltäglichen Umgang mit dem Hund? Hier sind der gesunde Menschenverstand und vor allem Empathie zum Tier gefragt, ohne es aber zu vermenschlichen.

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Mirko Tomasini & Manuela Zaitz

Ob man Aggressionen zulässt oder nicht, darüber werden sich die beiden Hundetrainer nicht einig .

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Michael Frey Dodillet

Der Bestseller-Autor sagt, wie man seinen Hund erzieht, muss zu Hund und Halter passen.

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Zur Bewältigung von Konflikten und in der Kommunikation miteinander können Aggressionen in einem gewissen Maß hilfreich sein, so lange sie niemandem schaden. Dies gilt auch für die Hundeerziehung.

Das richtige Maß zu finden, bleibt aber am Ende die Aufgabe jedes Einzelnen, denn keine Mensch-Hund-Beziehung gleicht der anderen.

Wichtig als Hundehalter ist es, die Bedürfnisse des Hundes richtig zu deuten und auf sie zu reagieren. Daher sollte man bei der Erziehung des Hundes auch nie die Beziehung aus den Augen verlieren. Ist die Beziehung gut, klappt es auch mit der Erziehung.

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