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Herbert Feuerstein wird 80

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Studierter Musiker, Reiseliebhaber, Journalist – vor allem ist er ein großer Humorist. Ein kleiner "großer Humorist" – der Harald Schmidt erst richtig groß machte. Am 15. Juni 2017 wird Herbert Feuerstein 80 Jahre alt.

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Feiern wird er vermutlich nicht. Immer wieder hat Feuerstein betont, dass er Geburtstage und Feste nicht mag. Weil ein Geburtstag doch keine Leistung ist. Niemand habe ihn gefragt, ob er auf die Welt kommen will. Warum sollte er das feiern? Feuerstein, der Misanthrop, der immer auch ein bisschen damit kokettiert, Underdog zu sein, sich noch kleiner macht.

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"Diese Sendung vermache ich Ihnen"

WDR 5 SpielArt vom 15. Juni 2017

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... schenkt er sich selbst eine Sendung – seine letzte SpielArt auf WDR 5, zu deren Moderations-Team er seit vielen Jahren gehört. Das Thema: "Schöner erben!"

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"Du hast keinen Körper, du hast nur einen qualligen Kopf"

Feuerstein über seine Schulzeit

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Herbert Feuerstein wird am 15. Juni 1937 in Zell am See in Österreich geboren. Der Vater ein bekennender Nazi, die Mutter hysterisch. Elterliche Nähe erfährt er nicht. Seine Lehrer beschreibt er als sadistisch. Er flüchtet in die Musik und Komik.

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Feuerstein studiert am berühmten Mozarteum in Salzburg, muss dieses allerdings verlassen, weil er in seinen Musikkritiken, die er nebenbei schreibt, den Hochschulpräsidenten beleidigt und Kommilitonen provoziert. "Es war das Beste, das geschehen konnte – für ihn und für uns", schreibt ein Journalist zu Feuersteins 75. Geburtstag. "Man stelle sich diese Welt vor mit einem Herbert Feuerstein, der in Salzburg geblieben wäre. (…) Eine traurigere, eine langweiligere Welt."

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"Starke Ängste empfunden"

Feuerstein über seine Amerika-Zeit

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So geht Feuerstein mit Anfang 20 nach New York – wegen der Liebe. In Salzburg hat er eine Austauschstudentin aus Hawaii kennen gelernt: Pearl, seine erste Frau. Als sie in die Staaten zurück muss, kommt er mit. Der Anfang ist traumatisch für ihn: Er hat kein Geld und wird von Ängsten geplagt.

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"Hauptaufgabe im Leben, auf die ich stolz bin"

Feuerstein über seine Arbeit für "MAD"

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Feuerstein arbeitet schließlich als Musikkritiker und Journalist. Die Karriere nimmt Fahrt. Zehn Jahre später verlässt er New York und seine Frau, kehrt nach Deutschland zurück. Er wird Verlagsleiter der "Pardon" in Frankfurt und prägt dann 20 Jahre – bis 1992 – als Chefredakteur den deutschen Ableger der Satirezeitschrift MAD. "Ächz", "Würg", "Lechz", "Stöhn" – Feuersteins Vermächtnis. Er etabliert diese Lautmalereien in den deutschen Wortschatz, nennt die Arbeit für MAD sein "Lebenswerk".

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Der "Kotflügel-Sketch"

Ausschnitt aus "Schmidteinander"

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Und dann ins Fernsehen: Mit "Pssst!" und "Schmidteinander" wird er in den 90ern zur Ikone. Die Kult-Sendung "Schmidteinander" im WDR und später in der ARD brennt sich ins kollektive Gedächtnis und stellt bisher gekannte Sehgewohnheiten auf den Kopf. Die Rollenverteilung ist klar: Harald Schmidt, der über 1,90 Meter große Meister, daneben der 1,65 Meter kleine Feuerstein als sein Sklave – das Opfer, der Prügelknabe am Katzentisch. Gegenstand seiner Komik: immer er selbst.

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"Was wäre Schmidt ohne Feuerstein?"

Ausschnitt aus "Schmidteinander"

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Freunde sind sie nicht, es ist eine Hassliebe. "Ohne Herbert Feuerstein wäre Schmidt nicht das, was er ist", schreibt die Süddeutsche Zeitung und ehrt Feuerstein als den "am besten versteckten großen Künstler des deutschen Humorgewerbes".

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1994 erhält Herbert Feuerstein den Grimme-Preis für "Schmidteinander". Er ist der Chefautor, Gag- und Pointenlieferant der Sendung. Nur ein halbes Jahr später ist Schluss. Schmidt will nicht mehr. Er gilt als schnell gelangweilt, Feuerstein als perfektionistisch.

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"Ich lache eigentlich mehr aus Verzweiflung"

Ausschnitt aus "Feuersteins Reisen"

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Feuerstein bekommt eigene Sendungen: Er geht auf Reisen – von Alaska bis in die Südsee, steigt in Schlangengruben oder lässt sich zu waghalsigen Drehs auf Vulkankratern verleiten.

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"Immer ein bisschen geschämt"

Feuerstein über seine Karriere

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Er steht auf Theaterbühnen, widmet sich zuletzt der klassischen Musik, will nicht nur am Medium Fernsehen gemessen werden.

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"Die Selbstreflektion ist schmerzhaft"

Feuerstein blickt auf sein Leben zurück

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2014 erscheint Feuersteins Autobiografie – "Die neun Leben des Herrn F." . Es ist kein skandalträchtiges Buch, keine Abrechnung. Vielmehr erstaunen Feuersteins schonungslose Einblicke in seine Widersprüche und Selbstzweifel.

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Herbert Feuerstein lebt zurückgezogen mit seiner Frau, der Journalistin Grit Bergmann, in der Eifel. Er ist in dritter Ehe verheiratet. "Meine Frau ist wunderbar, sie wird dadurch noch wunderbarer, dass sie mich erträgt. Ich könnte das nicht", hat er einmal in einem Interview gesagt.

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"So schnell werden wir uns nicht wiederhören"

WDR 5 SpielArt vom 15. Juni 2017

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Und er hat gesagt, dass er den Tod nicht fürchtet. "Es gab genug Situationen, da hätte ich ihn dem Leben sogar vorgezogen." Zum 80. Geburtstag verabschiedet sich Herbert Feuerstein mit der WDR 5 Sendung "SpielArt" vom Medium Radio.

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