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Fukushima. Japans Kampf gegen die Radioaktivität

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1971 wurde ein neues, modernes Atomkraftwerk an der japanischen Küste in Betrieb genommen. Es bekam den Namen der 62 Kilometer entfernten Großstadt: Fukushima.



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Die Gegend sollte mit Hilfe der nuklearen Technik den Anstrich von Modernität bekommen und so aufgewertet werden. Bis 2011 glaubte niemand, dass von den Reaktoren eine Gefahr ausgehen könnte.



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Im März 2011 erschütterte ein Erdbeben die Region – das Atomkraftwerk Fukushima wurde schwer beschädigt. Zu diesem Zeitpunkt wussten die 300 000 Einwohner von Fukushima nicht, dass der Regen radioaktives Jod, Strontium und Cäsium mit sich trug. Es waren feine radioaktive Staubpartikel, die sich mit dem Regen gleichmäßig verteilten.



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Heute - vier Jahre nach dem Unfall - gehört die Einheit Mikrosievert pro Stunde zum Alltag. An vielen Stellen der Stadt stehen öffentliche Messeinrichtungen.




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Schon die Kleinsten lernen in einer Broschüre der Stadtverwaltung, wo die radioaktive Gefahr lauert: Überall dort, wo der Wind den Staub hinweht oder der Regen ihn anspült – beispielsweise am Fallrohr der Dachrinne.



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Fukushima hat sich eine Radikalkur verordnet. Die ganze Stadt wird Haus für Haus dekontaminiert. Asphaltflächen lassen sich gut maschinell reinigen und von radioaktiven Partikeln befreien.



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Bei Parks und Gärten hilft nur eines: das kontaminierte Erdreich fünf Zentimeter abtragen. Anschließend prüfen die Arbeiter, ob die Strahlung auch wirklich zurückgegangen ist. Eine Reststrahlung bleibt immer – denn überall gibt es eine schwache natürliche Strahlung.



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Fukushima hat seit der Katastrophe ein Imageproblem. Wer kauft schon Obst und Gemüse aus Fukushima? Die Bauern setzen jetzt auf regionale Vermarktung: Obst aus Fukushima für die Menschen aus Fukushima. Morgens, wenn der Bauernmarkt öffnet, steht schon eine lange Kundenschlange an.



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Überall hängen Plakate, die darüber informieren, dass alle Produkte geprüft und sicher sind. Und die japanischen Grenzwerte sind streng – sogar strenger als in Deutschland.



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Bei Reis wird die gesamte Ernte kontrolliert. Bei Obst und Gemüse sind es Stichproben. Seit der Reaktor-Katastrophe wurden in Japan fast eine Million Proben untersucht. Und es gibt Hoffnung: Im vergangenen Jahr haben weniger als ein Prozent den zulässigen Grenzwert überschritten.



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Das Café von Miyuki Ichisawa. Wegen der Strahlung musste sie ihr altes Café im Dorf Iitate Mora schließen und wurde evakuiert. In Fukushima Stadt hat Frau Ichisawa ihr neues Café eröffnet. Etwa die Hälfte der Einwohner ihres alten Dorfes lebt jetzt auch hier.



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Miyuki Ichisawa

"Mit Atomkraft können wir unmöglich weitermachen."

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Besonders in der Nacht wird der Energiehunger einer Metropole wie Tokio deutlich. Zur Zeit der Reaktorkatastrophe wurden über 10 % des japanischen Energiebedarfs durch Kernkraft gedeckt. Der Rest hing am Import von fossilen Energieträgern.



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Zwischen Japan und seinen Nachbarn kommt es immer wieder zu Spannungen. Deshalb sorgt sich die japanische Regierung um die Sicherheit der Energieversorgung. Der umstrittene Plan: Die Atomkraftwerke im Land sollen bald wieder hochgefahren werden.



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TEPCO-Mitarbeiter auf dem Weg zur Arbeit. Der Energieversorger ist ein Staatskonzern. Deshalb haftet der Staat Japan komplett für die Folgen der nuklearen Katastrophe. Allein für die Aufräumarbeiten auf dem Kraftwerksgelände veranschlagt TEPCO 50 Milliarden Euro.



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Früher war TEPCO sehr beliebt. Gerade in den Gegenden, wo der Konzern Atomkraftwerke betrieb, war er ein großzügiger Sponsor. Seit der Katastrophe ist die Stimmung gegenüber TEPCO umgeschlagen.

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Takafumi Anegawa, TEPCO, Managing Executive Officer

"Durch das Unglück haben wir das Vertrauen der Menschen verloren."

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Bald soll die Kernkraft in Japan wieder an den Start gehen. Einer derer, die das kritisieren, ist Masahi Goto. Er lebt in Tokio. Der pensionierte Ingenieur hat Teile des Unglücksreaktors konstruiert – die Katastrophe von Fukushima hat ihn zum Umdenken gebracht.



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Masahi Goto, Ingenieur für Reaktortechnik im Ruhestand

"Mit all meiner Erfahrung habe ich mir Gedanken über die Sicherheit der Kernkraft gemacht und mein Urteil ist: So ein System ist nicht sicher!"

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Zur Zeit der Reaktorkatastrophe zog die Radioaktivität die längste Zeit auf das Meer hinaus. Doch am Tag vier nach dem Beben zog ein Zyklon auf und der Wind drehte zum Festland. Ausgerechnet in diesem Moment traten die größten Mengen an Radioaktivität aus. Selbst Gebiete, die weit vom Reaktor entfernt liegen, wurden unbewohnbar. Auch das Dorf Iitate Mora.



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Weil die Verantwortlichen nicht wahrhaben wollten, dass so weit entfernt vom Reaktor hohe Strahlenwerte auftreten können, wurden die Menschen In Iitate Mora viel zu spät evakuiert.



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Miyuki Ichisawas altes Haus liegt in der orangenen Zone. Ab und zu darf sie ihre alte Heimat besuchen. Allerdings nur tagesüber.

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Vor der Reaktorkatastrophe betrieb Miyuki Ichisawa ein Café in Iitate Mora.

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Durch die Strahlung ist ihr Haus unbewohnbar geworden. Sie und ihre Familie mussten das Café schließen und alles so zurücklassen wie es war. Möbel, Fotos, Kleidung. Alles.

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Miyuki Ichisawa

"Ich fühle mich wie im Krieg."

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Ranga Yogeshwar über Miyuki Ichisawa

"Alles ist noch da. Und doch kann man nichts mitnehmen."

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Hinter Iitate Mora beginnt die rote Zone. Sie ist komplett abgeriegelt – hier darf niemand mehr hin.

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Itate-Nakatoro liegt am Rande der roten Zone. Vor dem Dorfgemeinschaftshaus wurde testweise dekontaminiert. Das heißt, die Erde wurde 5 cm abgetragen und in schwarze Säcke gepackt. Der Test schlug fehl. Die Region ist einfach zu stark belastet.



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Yoshitomo Shigihara war vor der Katastrophe Ortsbürgermeister von Itate Nakatoro. Heute ist er ein Ortsbürgermeister ohne Ort.

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Yoshitomo Shigihara, Ortsbürgermeister von Iitate Nakatoro

"Zwei Jahre habe ich gehofft, wieder zurückkehren zu können."

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Yoshitomo Shigihara kommt immer wieder nach Iitate Nakatoro. Er mäht den Rasen, putzt und pflegt sein altes Zuhause. Ein Zuhause, in das er nie zurückkehren wird. 

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Das Küstenstädtchen Tomioka wurde dreimal gestraft. Zuerst kam das Erdbeben, dann der Tsunami und danach die Strahlung.



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Lange Zeit gehörte Tomioka zur komplett gesperrten roten Zone. Alles blieb, wie es die Bewohner nach der Katastrophe zurücklassen mussten.

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Ein kleines Mahnmal zur Erinnerung an die Toten des Erdbebens und des Tsunamis. In Japan ist es üblich, Getränke mit ins Jenseits zu geben.



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Die freiwillige Feuerwehr des Ortes arbeitet hier als Wachdienst. Sie bewacht einen Ort, an dem niemand mehr lebt.


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Ein Feuerwehrmann aus Tomioka

"Da muss man doch was machen!"

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Tomioka soll zurückerobert werden – wie die gesamte orangene Zone. Grundstück für Grundstück tragen die Arbeiter kontaminierte Erde ab. Eine Durchsage fordert sie täglich um 14:30 auf, die Sperrzone zu verlassen – wegen der Strahlung.



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Von den Mauern, Dächern und Wänden muss der radioaktive Staub von Hand abgebürstet werden.


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Radioaktive Strahlung ist zwar unsichtbar, aber in den Tälern der Sperrzonen sind ihre Folgen unübersehbar. Schwarze Säcke mit kontaminierter Erde – ein Lager neben dem anderen.



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Ranga Yogeshwar über die schwarzen Säcke

"Die schwarzen Säcke sind wie ein gigantischer Albtraum."

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Das ehemalige Trainingszentrum der japanischen Frauen-Fußballnationalmannschaft liegt nicht weit von Fukushima Daiichi entfernt. Von einem Tag zum anderen wurde es vom Fußballzentrum zum Hauptquartier für die Arbeiter in der Kraftwerksruine.



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Viele Jahre lang lebten die Liqudatoren von Daiichi in solchen Containersiedlungen auf den Fußballfeldern von J-Village. Bald sollen die Baracken  abgebaut werden und die Arbeiter in feste Häuser ziehen. Der Alltag der Männer, die in Daiichi arbeiten, ist genau getaktet. In der heißen Jahreszeit arbeiten sie vor allem abends und nachts.




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Arbeiter Yoji Sayo schildert seinen Alltag

"Um 17:00 Uhr gehen wir zur Bohrstelle. Dort hören wir um 20:00 Uhr auf."

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Auf dem Gelände des Kraftwerkes arbeiten etwa 6 000 Menschen. Jede Schicht dauert hier nur gerade zwei bis drei Stunden, denn in voller Schutzmontur ist kaum mehr zu leisten.





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In einer großen Baracke auf dem Fußballplatz ist High-Tech untergebracht. In regelmäßigen Abständen wird der Körper der Arbeiter auf Strahlung abgesucht. Mit den modernen Ganzkörper-Scannern soll sichergestellt werden, dass niemand unbemerkt radioaktive Substanzen aufnimmt.



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Die erdbebensicher gebaute Sicherheitsschleuse ist heute das einzige Gebäude im Kraftwerk, in dem man sich ohne Schutzausrüstung bewegen darf.



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In der Sicherheitsschleuse ziehen sich die Arbeiter und das Quarks & Co-Team um. Der weiße Overall kann zwar nicht vor Strahlung schützen – er sorgt aber dafür, dass nichts an die Haut kommt. Gefährlich wird es nämlich, wenn radioaktive Partikel in den Körper gelangen.



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Ranga Yogeshwar über die Sicherheitsschleuse

"Alle haben dasselbe an, es gibt keine Unterschiede."

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In der Sicherheitsschleuse hängen Hunderte langer Papierbänder mit Kranichen und Spruchbänder. Schulkinder haben sie gebastelt und geschrieben. Sie sollen den Männern hier Glück bringen.


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Nach jedem Aufenthalt auf dem Kraftwerksgelände werden die Arbeiter in der Sicherheitsschleuse genau untersucht. Von hier aus fahren die Arbeiter wieder zurück in ihre Wohnheime. 

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Das Kraftwerksgelände von Fukushima Daiichi ist eine gigantische Baustelle. An allen Blöcken arbeiten die Techniker daran, die Folgen der Reaktorkatastrophe in den Griff zu bekommen.

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Nach dem Unfall sind die  Reaktorblöcke mit grünem Spezialklebstoff besprüht worden. Er bindet den radioaktiven Staub und verhindert, dass er sich unkontrolliert in der Luft verteilt.



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Hier im Kontrollraum in Block 1 verlor die Mannschaft im März 2011 die Kontrolle über das Kraftwerk.

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Das wichtigste Instrument im Kontrollraum ist die Füllstandsanzeige. Sie zeigt, wie hoch der Reaktorkern mit Wasser bedeckt ist. Die Brennstäbe in einem Reaktor müssen immer mit Wasser bedeckt sein – sonst beginnt eine Kernschmelze. Doch am 11. März 2011 zeigte das Instrument falsche Werte an – mit fatalen Folgen.




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Ranga Yogeshwar über die Wasserstandsanzeige

"Kurz später knallt das Dach weg."

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Block 2 ist der Kritischste. Alleine an den Außenwänden haben Roboter bis zu 2500 Mikrosievert pro Stunde gemessen – die Dosimeter schlagen Alarm. Innen muss die Strahlung enorm sein. Deshalb wurde hier bisher überhaupt noch nicht gearbeitet.

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Bisher ist es in keinem der Blöcke 1 bis 3 gelungen, das Innere der Reaktoren genau zu erkunden. Bei zu hoher Strahlung versagen bei Robotern die Chips in der Elektronik. Dazu kommt: Die geschmolzenen Brennelemente haben sich in die Fundamente der Reaktoren gefressen. Sie zu entfernen – eine Aufgabe für Jahrzehnte.




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Reaktor 4 wurde 2011 gewartet. Der Reaktorkern war deshalb leer. Aber im Abklingbecken dieses Blocks lagerte viel mehr radioaktives Material als in den anderen Blöcken.



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Ohne Kühlung drohten das Wasser im Becken zu verdampfen und die Brennstäbe zu überhitzen. Deshalb wurde Block 4 das erste Aufräumprojekt. Ende 2014 hatten die Arbeiter alle 1500 Brennstäbe abtransportiert.




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Ranga Yogeshwar über das Abklingbecken

"Da hat man die Katastrophe ganz gut in der Griff bekommen."

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Eine große Gefahr für die Umwelt: das kontaminierte Wasser aus den zerstörten Reaktoren. Damit es nicht ins Grundwasser abfließt, lassen die Ingenieure permanent Grundwasser in den Reaktor strömen.



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Die Folge: 600 Kubikmeter stark kontaminiertes Wasser. Jeden Tag. Überall auf dem Gelände stehen große Tanks mit verseuchtem Wasser. Und es werden immer mehr.

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Um die gewaltigen Mengen Wasser loszuwerden, haben die japanischen Ingenieure Anlagen entwickelt, die das belastete Wasser dekontaminieren sollen. Trotzdem schaffen sie es bisher nicht, alles neu anfallende kontaminierte Wasser zu reinigen. Sie müssen eine andere Lösung suchen.




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Gerade arbeiten die Ingenieure und Techniker daran, den Kraftwerksbereich komplett abzuriegeln. Dafür bohren sie 30 Meter tiefe Löcher – insgesamt 1,4 km rings um die Reaktorblöcke. In diese Löcher wollen sie später ein Kühlmittel pumpen – so friert der ganze Boden ein. Für das Wasser entsteht eine Barriere, durch die nichts mehr rein- oder rausfließen kann.

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