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Los geht's

»Cannabis ist meine Medizin«

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Körper außer Kontrolle

»Früher dachten alle, ich sei verrückt«, sagt Lars Scheimann. Er verzog den Kiefer zur Grimasse, schmiss die Arme in die Luft und Gläser runter. 

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In Ruhe durch die Straßen schlendern

Das ging früher kaum. Wo Lars war, fiel er auf. Die Menschen in seiner Umgebung wussten nicht, wie sie mit den Touretteticks umgehen sollten. Er litt unter den Schmerzen. Und unter den Reaktionen der anderen.

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Die Mediziner konnten die Beschwerden nicht lindern

Die Ärzte gaben ihm Medikamente, die nicht wirken. Die Ticks blieben. Lars litt unter den Nebenwirkungen, dachte sogar über Selbstmord nach.

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Hanf hilft ihm

Lars saß mit Freunden zusammen und zog an einem Joint, der umging. Er spürte, da ist etwas, das die Ticks verschwinden lässt.

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Lars gilt als austherapiert. Das heißt: Die Ärzte haben die Möglichkeiten der Schulmedizin ausgeschöpft. Er selbst weiß, was ihm hilft. Aber das Mittel zu nehmen, das Linderung verspricht, ist illegal. Noch.

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Sein persönliches Heilmittel gab es damals noch nicht in der Apotheke. Den Wirkstoff musste er sich selbst besorgen. Er kämpfte dafür, Hanf legal rauchen zu dürfen.

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»In meiner Kindheit habe ich mir nicht so viele Gedanken um die Tickstörung gemacht. Als Kind habe ich gedacht, ich sei normal, so wie ich bin«, sagt Lars.

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Lars wandte sich an die Bundesopiumstelle. Er musste an vielen verschiedenen Gutachten teilnehmen. Am Ende hat er es schwarz auf weiß: Er darf fortan legal Cannabis rauchen. Auf Rezept.

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Wenn er sechs Stunden nichts geraucht hat, beginnt sein Kopf zu zucken. Nach zehn Stunden sind die Ticks wieder so wie früher: Sein Gesicht verzieht sich, der Kiefer verkrampft, der Kopf bebt.

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Nicht jedem gefällt das. Manche pöbeln Lars an, wenn sie riechen, dass er auf der Straße Gras raucht. Er versucht, die Reaktionen der anderen auszublenden. So gut es geht.

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Er kann in seine Stammapotheke gehen, wo er legal den Stoff bekommt, den er braucht, um die Ticks im Griff zu haben. Das hilft ihm aber nicht viel weiter.

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Teure Tagesdosis

Die Menge, die Lars am Tag braucht, kostet in der Apotheke 75 Euro. Das kann er sich kaum leisten. Die Apotheke hat zudem immer wieder Probleme, an Cannabis zu kommen. Lars raucht nun zwar legal. Aber nur, wenn das Geld reicht und die Apotheke liefern kann.

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Als Aktivist setzt er sich heute dafür ein, Hanf zu legalisieren. Mehr Kranke sollten von der Wirkung der Pflanze profitieren, findet Lars. 

Er betreibt inzwischen einen Laden, in dem er verschiedene Produkte aus Hanf verkauft, darunter Öle, Salben und Tierfutter, aber auch Rauchzubehör.

Wenn Teenies in seinen Laden kommen, klärt er sie über die Risiken auf. Cannabis konsumieren sollten nur Menschen, die älter als 21 Jahre sind, sagt Lars.

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Das erste Mal im Café sitzen, ohne zu ticken

Das ist das Schönste, was Lars je erlebt hat. An diesem Tag spürte er, was es überhaupt bedeutet zu leben. Er wollte mehr davon.

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Durch die Stadt schlendern

Anders als früher kann Lars heute durch die Stadt gehen, ohne aufzufallen. Hanf steigere seine Lebensqualität, sagt er.

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  • Redaktion: Sami Skalli
    Autorin: Anke Riedel
    Mitarbeit: Monika Sax

    Kamera und Ton: Sami Skalli
    Musik: Sami Skalli

    Bildrechte: WDR, WDR/Anke Riedel, WDR/Paul Krause, WDR/Sami Skalli

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