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Bay Area Disrupted

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WDR 3-Webreportage zum Radiofeature "MADE IN USA: Bay Area Disrupted".

Autoren: Andreas Bick und Robert Rack

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In San Francisco und der umliegenden Bay Area wurde sowohl die Hippiebewegung als auch die digitale Revolution geboren. Der Bruch mit den bürgerlichen Lebensvorstellungen in den 1960er Jahren schuf eine Gegenkultur, die den kreativen Boden für die Erfindungen des Silicon Valley bereitete.

Im Valley, 30 Meilen südlich von San Francisco, findet heute ein neuer Goldrausch statt, der auch die Stadt selbst nachhaltig verändert. Viele junge IT-Fachkräfte bevorzugen das Leben in der Metropole und steigern damit die Nachfrage nach hochwertigem Wohnraum für gutbezahlte Mitarbeiter.

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Hoch hinaus

Die in San Francisco lebende Sängerin Candace Roberts zeigt einige der Hochhäuser, die speziell für zahlungskräftige Mitarbeiter der IT-Firmen gebaut werden.

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Die Mieten sind in San Francisco in den letzten Jahren so stark gestiegen, dass selbst Anwälte oder Ärzte sich kaum noch eine Wohnung leisten können. Die Immobilienpreise überbieten inzwischen sogar jene von Manhattan in New York.

Trotz vergleichsweise hoher Einkommen verschwindet zunehmend die Mittelschicht aus San Francisco. Candace Roberts hat schon seit zwei Jahren keine eigene Wohnung mehr.

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In den Straßen von San Francisco

Candace Roberts arbeitet als Hundesitterin für solvente Kunden, die häufig verreisen. In dieser Zeit wohnt sie in deren Luxus-Appartements. Ihre ganzen Habseligkeiten transportiert Candice in ihrem Mini-Van, in dem sie auch übernachtet, wenn sie keinen Job hat.

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Für Candace Roberts sind nicht nur die steigenden Mieten ein großes Problem, sondern auch das Verschwinden der kulturellen Vielfalt. Aus Wut über die Stadtverwaltung, die viele IT-Firmen sogar mit Steuervergünstigungen nach San Francisco lockt, schrieb Candace Roberts einen Protestsong.

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Not My City Anymore

Im Tiny Telephone Studio nimmt Candace Roberts ihren Song "Not My City Anymore" auf.

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In herzloser Gesellschaft

Der Musiker und Tontechniker John Vanderslice ist der Betreiber des Tiny Telephone Studios. Auch er fürchtet aus San Francisco verdrängt zu werden.

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Das rein analoge Tiny Telephone Studio ist eine Institution in der Indie-Musikszene von San Francisco. Doch viele Musiker sind inzwischen auf die andere Seite der Bucht nach Oakland gezogen oder haben die Bay Area ganz verlassen. Dafür mieten sich im Tiny Telephone Studio immer häufiger Bands ein, die Jobs in Tech-Firmen haben und im analogen Tonstudio eine Abwechslung zum digitalen Arbeitsalltag suchen.

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2000 platzte die Spekulationsblase der New Economy und viele Technologieunternehmen gingen in Konkurs. Heute spricht man von einer zweiten anschwellenden Dotcom-Blase, deren Zentrum das Silicon Valley und die vielen Startups in San Francisco bilden. Durch die geografische Lage von San Francisco und des Silicon Valley auf einer Halbinsel führt das zu akutem Platzmangel. 

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Der Boom des Valley

Fred Turner, Professor für Kommunikation an der Stanford University im Silicon Valley, beschäftigt sich seit Jahren mit der Kultur der dort ansässigen Technologieunternehmen.

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Die Stanford University im Süden von San Francisco ist das Herz der IT-Branche. Viele Gründer der großen Internetkonzerne haben hier studiert und in unmittelbarer Nähe ihre Firmen gegründet: Google, Yahoo, Hewlett-Packard und andere.
Durch die erfolgreichen Hochtechnologiefirmen und dem ständigen Nachschub an gut ausgebildeten Fachkräften wurde die Gegend um die Universität zu dem, was man heute das Silicon Valley nennt.

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Neben Stanford ist die University of California in Berkeley die zweite Eliteuniversität der Bay Area. Auch hier gibt es einen Schwerpunkt auf Hochtechnologie und viele Absolventen arbeiten später in den IT-Firmen des Silicon Valley. Die Universität von Berkeley liegt nördlich von Oakland. Hier fand bereits vor mehr als zehn Jahren ein ähnlicher Verdrängungsprozess statt wie heute in San Francisco.

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Lewis Ames hat in Berkeley Computerwissenschaft studiert. Nach dem Studium zog er zusammen mit seiner Frau in ein kleines Haus in die Nähe von Berkeley. In seinem kleinen Garten hält er Hühner und baut Gemüse und Hopfen an.

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Do It Yourself

Lewis liebt Bier. Also baut er verschiedene Hopfensorten an und braut es selbst.

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In seiner Freizeit produziert Lewis mit seinen Freunden Joe und Cyrus elektronische Musik. Sie alle arbeiten als sogenannte "Techies" in Internet-Startups oder Hochtechnologiefirmen. Wie viele andere "Techies" gehen sie jedes Jahr zum Burning Man Festival. Dieses Jahr haben die drei ihren ersten Auftritt dort und proben mit ihrer Band "Wizard Fist".

Das Festival entstand in San Francisco und zog später in die Black Rock Wüste in Nevada. Beim Burning Man feiern die IT-Unternehmer des Silicon Valley sich selbst und ihre Prinzipien: keine staatliche Einmischung, flache Hierarchien in kleinen Teams und größtmögliche Individualität.

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Lewis Ames ist gerne "Airbnb"-Gastgeber

Um die hohen Lebenshaltungskosten zu finanzieren, vermietet Lewis einen Wohnwagen und ein Gartenhaus über die digitale Mitwohnzentrale "Airbnb".

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Die Sharing Economy

Die Sharing Economy ist eine Erfindung der Bay Area. Für Fred Turner fördert die Sharing Economy allerdings nicht das Allgemeinwohl, sondern sie schafft auch neue Formen der Ungleichheit.

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Ein weiteres Beispiel dafür, wie Internet-Firmen nach privaten Lösungen für politische Probleme suchen, sind die so genannten Google-Busse. Damit die "Techies" aus dem Silicon Valley alle Vorzüge des Lebens in einer Metropole wie San Francisco genießen können, werden sie in luxuriösen Bussen mit WiFi und Frühstück zur Arbeit gefahren. Der Nahverkehr wird zu einem Zwei-Klassen-System.

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Wohin mit all dem Geld?

Fred Turner fragt, warum die IT-Unternehmen trotz ihres immensen Reichtums keine größere soziale Verantwortung übernehmen.

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Oakland, auf der anderen Seite der Bucht gegenüber von San Francisco, ist in vielerlei Hinsicht der trotzige und raue Gegenpart zu der Glitzerwelt des Silicon Valley.

Hier versammeln sich die Künstler und Musiker, die vor den steigenden Mieten in San Francisco und anderswo fliehen mussten. Das, was einst den besonders liberalen und progressiven Geist der Hippieära ausmachte, findet man heute am ehesten in Oakland.

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Oakland ist stolz auf seine rebellische Vergangenheit. Es ist der Ort des letzten Generalstreiks in den Staaten, die Black Panther wurden hier gegründet und die Occupy-Bewegung war in Oakland besonders aktiv. Aber Oakland galt bis vor kurzen auch als die zweitgefährlichste Stadt der USA.

Durch den Niedergang der Werften versanken große Teile der Stadt in Armut. Das Ghetto in East-Oakland trägt den Spitznamen "Baby Irak", weil sich hier schon Kinder gegenseitig erschießen.

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Duke The Bossman stammt aus East Oakland. Er ist Rapper und tritt bei Poetry Slams auf. In seiner Musik prangert er die sozialen Missstände an. Zum Beispiel den Niedergang der öffentlichen Schulen, die in den 1970ern noch zu den besten des ganzen Landes zählten. Aufgrund von Steuersenkungen wurde die staatliche Förderung immer weiter zurückgeschraubt, so dass die Schulen in Kalifornien heute als die schlechtesten der USA gelten. 

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Das Ärmelverzeichnis des Todes

Duke The Bossman wuchs in einer Gegend von East Oakland auf, die von einigen "Killing Fields" genannt wird.

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"Ihr könnt mir nicht erzählen, das hier sei kein Kriegsgebiet"

Duke The Bossman hat seine Schwester Pumpkin, die bei einer Schießerei ums Leben kam, in einem Spoken Poem verewigt.

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Die ungleiche Verteilung des Wohlstands in den Vereinigten Staaten ist nirgendwo sichtbarer als in der Bay Area. Hier wird die Zukunft entworfen und gleichzeitig versinken ganze Stadtteile in Gewalt. Zwei der weltweit renommiertesten Elite-Universitäten liegen an der Bay, während die öffentlichen Schulen verwahrlosen.

Die großen Silicon-Valley-Unternehmen wie Apple oder Google erzielen Börsenwerte im dreistelligen Milliardenbereich, doch nur wenige Meilen entfernt in den ärmeren Gegenden der Bay Area kommt von diesem unvorstellbaren Reichtum kaum etwas an.

Wer mehr hören will:
"MADE IN USA: Bay Area Disrupted", WDR3.de

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