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Los geht's

Der andere Blick

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»Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um das große Ganze sehen zu können.«




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"Das kann einen umhauen."

Alexander Gerst zeigt, was er macht, wenn er ganz allein in der Cupola ist.

Es ist ein Logenplatz – 400 Kilometer über der Erde – in der Internationalen Raumstation ISS. Jede freie Minute klettert Alexander Gerst in die große Aussichtskuppel: die Cupola.

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"Wie ein dunkler Todesstern."

Alexander Gerst über die Erde bei Nacht.

Die Cupola ist nach "unten" – zur Erde hin gerichtet. Bei Nacht schwebt sie wie eine dunkle Kugel über einem – und wirkt manchmal sogar bedrohlich.

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"Es hat mich sehr überrascht."

Alexander Gerst über den Blick auf die Erde von oben.

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16 mal umrundet der Astronaut mit der Raumstation die Erde – jeden Tag. Alle anderthalb Stunden wechselt er von der Nacht- auf die Tagseite der Erde. Und wieder zurück.

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"Es zeigt mit einem Blick, was Perspektive bedeutet."

Alexander Gerst über die besondere Faszination seines Lieblingsbildes.

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Alexander Gerst schaut sich Orte an, die ihm vertraut sind, etwa Christchurch in Neuseeland. Und knipst sein Lieblingsbild.

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Geballte Gewitter, hunderte Blitze zur gleichen Zeit – von oben sieht Gerst die gewaltigen Wettersysteme auf dem Planeten. Auch riesige Hurrikane, die ganze Länder wie Japan heimsuchen.

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"Es zeigt, dass aus dem All auch Gefahren drohen."

Alexander Gerst über die Besonderheiten der Wüsten.

Gerst kann leicht alte Meteoriten-Krater im Sand ausmachen, alte Gebirgszüge, ausgetrocknete  Salzseen. Und mittendrin ganz isoliert Oasen—geometrische Muster.

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"Es ist grotesk, das zu sehen."

Alexander Gerst über den Anblick von zerstörten Regenwald.

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Ganz anders wirkt das Amazonas-Gebiet – ein groteskes Bild: Die Rodungen im Regenwald fressen sich  unaufhaltsam vor. Wie ein Krebsgeschwür.

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"Alles voller blinkender Punkte - blaue, gelbe rote."

Alexander Gerst über Feuerwerke aus dem All.

Kinder hatten den Astronauten gefragt: Kannst du eigentlich da oben auch Feuerwerke sehen? Erst war Gerst skeptisch – doch dann entdeckt er nachts plötzlich blinkende Punkte über Italien.

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Am 24. Juli 2014 fliegt die ISS über den Gaza-Streifen und Israel. Was Alexander Gerst hier erlebt, kann er im Foto nicht einfangen: Wieder sieht er Punkte und Blitze, die sich plötzlich bewegen. Doch erst nach und nach realisiert er, was er sieht: Raketen, die abgefeuert werden – fast 100 Stück.

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"Ich sehe Menschen, die sich gegenseitig umbringen."

Alexander Gerst über den Blick auf Krieg aus dem All.

Gerst ist erschüttert. Das also, so denkt er, sähe eine fremde Intelligenz zuerst, wenn sie die Erde besucht: Die Bewohner dieses Planeten bringen sich gegenseitig um.

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"Das fühlt sich an wie ein lebendiges Wesen."

Alexander Gerst über das Gefühl, durch die Polarlichter zu fliegen.

Über den Polgebieten wird Alexander Gerst Zeuge eines Naturschauspiels besonderer Art, den Polarlichtern: extrem energiegeladener Sonnenwind trifft auf das Erdmagnetfeld.

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"Das ist der einzige Ort, wo ich das erleben kann."

Alexander Gerst erzählt, was er im All vermisst.

Der andere Blick ist erkauft durch einen Verzicht – auf Dinge und Erlebnisse, die umso kostbarer und wertvoller werden.

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Die Bilder der Erde aus dem Orbit von oben provozieren den radikalen Blickwechsel. Und zeigen, wie zerbrechlich schön und zugleich bedroht unser Planet ist: der einzige Ort in diesem Universum, der unsere Heimat ist.

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