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Rockpalast Spezial - 30 Jahre Summerjam

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Kapitel 1: Ein wunderbares Gefühl

Das Summerjam ist für Reggae-Fans eine Pflichtveranstaltung. Menschen der verschiedensten Herkünfte treffen aufeinander. Sie alle vereint die Liebe zur Musik.

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Einen Ruf, wie den des Summerjams, bekommt man nicht einfach so. Neben den Künstlern und ihrer Musik und dem Publikum und ihrer Leidenschaft, sorgt auch die Location mit ihrem Flair für eine beeindruckende Atmosphäre.

Seit Jahren ist das Festival lange im Voraus ausverkauft, Tickets werden schon früh im Internet für hohe Summen gehandelt.

Jedes Jahr steht das Festival unter einem Motto, das die Intentionen von Künstlern, Fans und Veranstaltern am Summerjam-Wochenende vereint. Dieses Jahr, zum 30. Bestehen, feiert das Summerjam ausnahmsweise sich selbst als "The Everlasting Festival" (das immerwährende Festival).

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Julian Marley: "Rastaman Vibration"

Live-Auftritt von Julian Marley aus dem Jahr 2010.

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"Alles per Handschlag"

Klaus Maack über das erste Mal Summerjam.

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Als das erste Summerjam unter dem (von einer Veranstaltungsreihe in Jamaika übernommenen) Namen Reggae Sunsplash stattfand, war die Reggae-Szene Deutschlands noch klein.

Wenige Bands schafften 1986 den Weg aus der Karibik aufs europäische Festland und ohne die Möglichkeiten des Internets war die Organisation kompliziert und langwierig.

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Einfach. Hammer. Geil!

Das Publikum des Summerjam kommt zu Wort.

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Vom Berg zum See

Veranstalter Klaus Maack erklärt die Problematik des Festivalgeländes auf der Loreley.

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Die Geschichte des Summerjam Festivals ist eng verknüpft mit dem Veranstaltungsort. Seit 1986 auf der Loreley bei Sankt Goarshausen ausgetragen, wurde die Location mit dem charmanten Amphitheater bald zu klein für das wachsende Festival.

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"Weltweit unter den Top 10"

Auch von Anfang an dabei: Gentleman, der erfolgreichste deutsche Reggae-Künstler und der einzige deutsche, der jemals in Jamaika auf Nr. 1 der Charts war.

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Als das Summerjam 1994 nach acht Jahren zu groß für die Freilichtbühne der Loreley wurde, zog man um nach Wegberg, einer kleinen Stadt im Kreis Heinsberg in der Nähe von Köln.

Das weitläufige Gelände des ehemals britischen Militärflughafens, dem Wildenrath-Airfield, beherbergte das Summerjam zwei Jahre lang.
Wenn auch die Infrastruktur und insbesondere die An- und Abreise für die weiter wachsende Besucherzahl angenehmer geworden waren, wurde Kritik laut, dass das Gelände für den besonderen Festival-Vibe des Summerjam ungeeignet war. Der Charme früherer Tage war verflogen.

Seit 1996 beherbergte dann der Fühlinger See die Festivalgemeinschaft. Und es gibt keine Pläne, das zu ändern.

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Patrice: "Cry Cry Cry" Unplugged

Live-Aufnahme aus dem Jahr 2013.

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Lee Scratch Perry: "Dub Those Crazy Baldheads"

Live-Aufnahme aus dem Jahr 2011.

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Es war reiner Zufall, dass der Kölner Norden in den 30er Jahren seinen eigenen Badesee bekam, an dem das Summerjam seit fast 20 Jahren ausgetragen wird.

Für den Bau der Bahnstrecken zwischen Köln und Aachen wurde in der Fühlinger Heide ab 1912 Kies gebaggert, die Gruben füllten sich nach und nach mit Grundwasser. Und die ersten Badegäste ließen sich den Spaß wenig später nicht verderben, obwohl die Bagger noch gar nicht still standen.

Das auf einer Insel gelegene Festivalgelände lässt das Gefühl aufkommen, ein wenig von der Welt abgeschnitten zu sein. Umgeben von Wasser. Unter Gleichgesinnten.

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Kapitel 2: Eine Institution

Die Bedeutung des Summerjam Festivals reicht weit über die deutschen Landesgrenzen hinaus. Weltweit ist das Festival eine Institution in Sachen Reggae und Positivität.

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Seit dem 17. Lebensjahr ist Birgit Reggae-Fan. Mit 18 war sie das erste Mal auf dem Summerjam. 1987. Und seitdem jedes Jahr. Mit Freunden, mit Fremden, allein. Im Zelt, im Wohnwagen, ohne alles. Auf der Loreley, dann auf dem Wilderath-Airfield, dann am Fühlinger See.
2009 nahm sie das erste Mal ihre Kinder mit, damals 6 und 9 Jahre alt, die sie von Geburt an zu ebenso großen Summerjam-Fans erzogen hatte, wie sie selbst einer ist.

Würden wir all ihre Anekdoten aufschreiben, die Birgit zu erzählen hat, es würde den Rahmen dieses Online-Specials sprengen. Am besten ihr fragt sie selbst, wenn ihr sie dieses Jahr trefft.

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Jimmy Cliff: "Afghanistan"

Live-Aufnahme aus dem Jahr 2011.

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Jan Böhmermann auf dem Summerjam

Auch Jan Böhmermann ließ es sich nicht nehmen, dem Summerjam einen Besuch abzustatten und in seiner typischen Art mit dem Festivalpublikum auf Tuchfühlung zu gehen (2010).

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Die ersten Reggae-Songs borgten sich Ende der 60er Jahre die Betonung des zweiten und vierten Taktes, den sogenannten "Offbeat", von Ska und Rocksteady, verlangsamten das Ganze und mischten ihn mit dem Soul und R&B der amerikanischen Radiosender, die auf Jamaika schon immer viel gehört wurden.

Musiker, Fans und Historiker sind sich bisher nicht recht einig geworden, wie das Wort "Reggae" entstanden ist. Bob Marley war sich sicher, dass es vom lateinischen Wort "Rex" für König abzuleiten ist und damit als "Musik für den König" (in diesem Fall Haile Selassi, der König der Rastafari) zu verstehen sei. Andere ziehen die Ableitung von "Streggae" (jamaikanischer Slang für "leichtes Mädchen") vor.

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Die Marley-Aura

Bühnenmoderator Andrew Murphy über die Kinder von Bob Marley, die regelmäßig auf dem Summerjam zu Gast sind.

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Stephen Marley: "Three Little Birds"

Live-Aufnahme aus dem Jahr 2012.

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Wichtig war dem Summerjam seit jeher, dass sich Groß und Klein auf dem Festival zu Hause fühlen. Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt, für sie gibt es neben den "normalen" Aktivitäten auch ein Rahmenprogramm.

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Der Rockpalast steht seit 1974 für Fernsehen am Puls von aufregender Musik. Mit Reggae verbindet der Rockpalast eine besondere Vergangenheit. So erklärten die Reggae- und Dub-Legenden Sly & Robbie unlängst: "Den Rockpalast kennt in Jamaika jedes Kind", war es doch dort gerade in der Zeit vor dem Internet sonst fast unmöglich an Konzertmitschnitte aus Europa zu kommen.

Seit 2009 ist die Rockpalast-Crew beim Summerjam vor Ort und filmt jedes Jahr die schönsten Momente auf der Bühne und abseits.

Ein umfangreiches Archiv der Summerjam-Jahre 2009 - 2014 gibt es hier.

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Protoje: "Hail Ras Tafari" Unplugged

Live Aufnahme aus dem Jahr 2013.

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Kapitel 3: Einzigartige Atmosphäre

Die Atmosphäre begeistert nicht nur das Publikum. Auch die Künstler zeigen sich beeindruckt.

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"Striktes No!"

Klaus Maack über den Umgang des Summerjams mit Homophobie im Dancehall.

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Nicht alle Spielarten der karibischen Musik sind ähnlich religiös geprägt wie Reggae selbst. Dancehall etwa steht inhaltlich dem amerikanischen Hip Hop nah und Texte bewegen sich nicht selten an der Grenze zur Gewaltverherrlichung oder zum Sexismus.
Eine traurige Tradition haben die homophoben Aussagen einiger Dancehall-Künstler wie Beenie Man, Bounty Killer und Sizzla, die in ihren Texten teilweise offen zur Gewalt oder gar zum Mord an schwulen Männern aufrufen.

Das Summerjam Festival beschäftigt sich intensiv mit der Thematik und hat vor vielen Jahren bereits eine Klausel in ihren Künstlerverträgen eingeführt, die Musiker und Bands Aussagen dieser Art auf den Bühnen des Festivals verbietet.

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"Summerjam ist ein Lifestyle"

Irie Révoltés über das Summerjam.

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Iries Révoltés: "Soleil"

Live-Aufnahme aus dem Jahr 2014.

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Leonie ist sich sicher: "Das Summerjam hat mein Leben verändert!"

2010 erlebte sie die Band SOJA dort das erste Mal live und wusste sofort, dass sie gerade ihre neue Lieblingsband gesehen hat. Die Musik inspirierte sie so sehr, dass sie sich hinsetzte und Bilder für und von der Band malte. Auf Facebook schickte sie die Bilder der Band und wenig später schrieb Sänger Jacob Hemphill zurück, um sich zu bedanken. Per Mail vereinbarten die beiden ein Treffen auf dem Summerjam 2012, verstanden sich prächtig und sind mittlerweile Freunde geworden.

Fan der Band ist Leonie natürlich immer noch und wird auch dieses Jahr vor der Bühne alles geben, wie 2012 (0.50, 1.40, 2.45).

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Soja: "Everything Changes" Unplugged

Live-Aufnahme aus dem Jahr 2012.

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Als das Summerjam 1986 an den Start ging, war Reggae in Deutschland noch lange nicht dort, wo er heute ist: im Mainstream.

Zwar wurden bereits Ende der 70er Jahre erste Reggae-Songs von deutschen Musikern wie Spliff, die auch Nina Hagens Backing Band waren, veröffentlicht, doch den Schritt aus der Nische schaffte Reggae erst 20 Jahre später, als in den 90ern Künstler wie Gentleman erste Erfolge feierten.

Die starke Verbindung des Summerjams in die Karibik machte es möglich, Künstler auftreten zu lassen, die sonst wohl nie den weiten Weg nach Deutschland auf sich genommen hätten.



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"Sehr offenes Publikum"

Max Herre über das Summerjam.

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Max Herre: "A-N-N-A"

Live-Aufnahme aus dem Jahr 2010.

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Ein Klischee, das die Reggae-Szene so schnell nicht mehr loswerden wird, ist die Verbindung von Musik und dem Konsum von Cannabis. Schon in der Rastafari-Religion ist das rituelle Rauchen von Marijuana tief verwurzelt, glauben viele Rastas doch, das "High" würde ihre Verbindung zu Gott stärken.

Seit jeher setzen sich Reggae-Künstler für die Legalisierung der bewusstseinserweiternden Droge ein, mittlerweile haben die Nachkommen von Bob Marley sogar ihren Familiennamen für die Vermarktung von Cannabis-Produkten hergegeben.

Beim Summerjam gingen die Zahlen der Besucher, die sich mit Drogen erwischen ließen, zuletzt zurück: 2014 waren es "nur" 196 Fälle, die die Polizei meldete. 74 weniger als im Vorjahr.

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Kapitel 4: Zuhause am anderen Ende der Welt

Das Summerjam vereint unterschiedlichste Menschen mit dem gleichen Ziel: Die Botschaft der Reggae-Kultur in die Welt hinaus zu tragen. Dieses Jahr schon zum 30. Mal.

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Die Glaubensrichtung der Rastafari entstand in den 30er Jahren auf Jamaika. Dem Christentum entsprungen mischt sie alttestamentarische Bezüge mit einer großen Verbundenheit zur Natur und die Ablehnung materialistischer Werte. Ebenso steht Nächstenliebe im Mittelpunkt des gelebten Glaubens der Anhänger.

Rastas kämpfen für die Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung, große Teile tragen Dreadlocks und ungestutzte Bärte als Ausdruck ihrer Verbundenheit zu Gott oder "Jah", eine Kurzform des hebräischen Gottesnamens JWHW.

Der wohl berühmteste Anhänger der Bewegung war Bob Marley. Er ließ sich kurz vor seinem Tod in Berhane Selassie umbenennen, als Anlehnung an Haile Selassie, den letzten äthiopischen Kaiser, den die Rastafari-Religion als Messias verehrt.

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"Das ultimative Album"

Groundation empfehlen ihr essentielles Reggae-Album.

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Groundation: "Freedom Taking Over"

Live-Aufnahme aus dem Jahr 2012.

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Die verdammte Trockenhaube

Summerjam-Veranstalter Klaus Maack erzählt die Anekdote von James Brown und der Trockenhaube.

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Weil sich die Veranstalter des Summerjam schon früh entschieden, nicht allein Künstler aus der karibischen Reggae-Szene, sondern einen breiten Stilmix mit allen Spielarten des Reggae-, Soul, Funk und Hip Hops zu präsentieren, war so manch Künstler mit Rang und Namen zu Gast. Zum Beispiel:

- Dennis Brown, Curtis Mayfield, James Brown (Foto, 1988), Jimmy Cliff, Sly & Robbie, The Skatalites, Shaggy, Alpha Blondy, Seeed, Andrew Tosh, Stephen Marley, UB40, Marteria und, und, und...

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Happy Birthday, Summerjam!

Glückwunsche der Fans zum Festival Geburtstag (2010).

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"So wie man sich die Welt wünscht"

Frank Dellé von Seeed über das Summerjam.

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Nicht nur auf den Bühnen gibt es beim Summerjam Jahr für Jahr magische Momente:

Im Jahr 2000 trafen Jens und Anke aufeinander. Sie aus Düsseldorf, er aus Dietzenbach bei Frankfurt. Kurz darauf waren sie ein Paar und feierten seitdem jedes Jahr auf dem Festival Zeit und Ort ihrer ersten Begegnung.
Sieben Jahre später dann die große Frage: Vor dem Gentleman-Konzert erklomm Jens die große Bühne und hielt um Ankes Hand an. Ein Jahr später die Hochzeit. Noch eins später kam die kleine Annika zur Welt.
2010 standen die stolzen Eltern mit der von Bühnenmoderator Andrew zum "einzig wahren Summerjam-Baby" getauften Nika dann nochmals vor fast 30.000 Leuten auf der Bühne.

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Morgan Heritage: "Liberation"

Live-Aufnahme aus dem Jahr 2013.

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"Die Leute sehen viel besser aus als in Wacken!"

Jan Delay über das Summerjam und sein Publikum.

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"Musik ist für die Ewigkeit!"

Reggae-Legende Bunny Wailer über das Summerjam.

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